Der Nachwuchs trumpft auf

Die Dormagener B-Jugend-Handballerstehen im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. Am Montag geht die Rhein Neckar Löwen.

Dormagen. Die Fußstapfen sind groß: Vor sechs Jahren wurde der TSV Bayer Dormagen Deutscher Meister der B-Jugend. Im Finale setzte sich der damals von Jörg Bohrmann trainierte Handball-Nachwuchs mit 29:27 gegen die SG Kronau-Östringen durch.

Am Pfingstmontag gibt es ein Wiedersehen, diesmal im Halbfinale. Dann erwartet der TSV Bayer um 16 Uhr im heimischen Sportcenter erneut den Talentschuppen aus dem Kraichgau. Der nennt sich inzwischen Rhein-Neckar Löwen. Und wie wie ihre Vorbilder in der Bundesliga streben auch die Schützlinge von Trainer Daniel Meyer den Titelgewinn an.

Die vermeintlich höchste Hürde haben sie bereits im Viertelfinale genommen: In einer Neuauflage des letztjährigen Finales schalteten sie Titelverteidiger Füchse Berlin mit zwei Siegen (23:18, 28:27) aus. „Ein großes Kompliment an die Mannschaft, die mit zwei verdienten Siegen gegen die Füchse den Halbfinaleinzug perfekt gemacht hat,“ verteilte Daniel Meyer danach. Sein Team hat in dieser Saison bislang erst ein Spiel verloren: Die Auftaktpartie in der Oberliga Baden-Württemberg mit 22:23 gegen Dormagens Viertelfinal-Gegner FrischAuf Göppingen. Das Rückspiel in Göppingen entschieden die Löwen allerdings mit 29:21 für sich, gaben mit dem 27:27 gegen die JSG Balingen/Weilstetten nur einen weiteren Punkt ab und setzten sich im DM-Achtelfinale mit 28:26 und 23:22 gegen die JSG Melsungen durch. „Jetzt wollen wir wieder ins Finale“, sagt Meyer, weiß aber auch, dass dafür „zwei weitere starke Auftritte im Halbfinale gegen den TSV Bayer Dormagen nötig sind.“

Schließlich ist dessen bisherige Saisonbilanz auch nicht von schlechten Eltern. In der Nordrheinliga kassierten sie zwei knappe Niederlagen in Gummersbach (28:29) und beim Bergischen HC (21:22), gegen den sie beim 24:24 einen weiteren Punkt abgaben. Im Achtelfinale schalteten sie die SG Bremen/Hastedt mit 30:20 und 24:20. im Viertelfinale FA Göppingen mit 34:29 und 21:21 aus. Trotzdem sieht Trainer David Röhrig seine Schützlinge eher als Außenseiter: „Die Rhein Neckar Löwen sind für eine B-Jugend körperlich sehr stark. Wir brauchen einen außergewöhnlichen Tag, um diese Mannschaft zu schlagen.“ Er sagt aber auch: „Genau darauf arbeiten wir im Training hin.“

Ihr besonderes Augenmerk sollten die Dormagener auf zwei Junglöwen legen: Christopher Roth (21 Treffer in vier Spielen) und Philipp Ahouansou (17 in drei Spielen) erzielten zusammen mehr als ein Drittel der 102 Löwen-Tore in Achtel- und Halbfinale.

Die Dormagener waren bereits im Achtelfinale das einzige Team, das nicht aus dem Nachwuchs eines Erstligisten stammt. Deshalb sagt Röhrig: „Schon der Einzug ins Halbfinale ist ein riesiger Erfolg für uns.“ Um weiter zu kommen, setzt er auch auf die Fans: „Wir freuen uns auf lautstarke Unterstützung.“