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Der Abbruch der Dreikönigenschule in Neuss beginnt.

Wegen Giftstoff : Abriss von Schulgebäude beginnt

Das PCB-belastete-Gebäude an der Weberstraße steht bereits seit 2012 leer. Was nach dem Abriss auf dem Gelände entsteht, ist offen.

Die Firma Optirent holt ihre Container wieder ab. Seit September 2012 dienten sie am Schulzentrum Weberstraße als Klassenräume, ab Montag (29.) werden sie abgebaut und nach Bergneustadt gebracht. Ihre Demontage ist Auftakt zum Abriss der mit dem Giftstoff PCB belasteten und nicht mehr zu sanierenden Dreikönigengrundschule nebenan, die seit 2012 leer steht. 1,1 Millionen Euro verwendet das Gebäudemanagement darauf, wobei ein Teil des Geldes über das Programm „Gute Schule 2020“ vom Land kommt.

Was nach dem Abriss auf der frei gewordenen Fläche gebaut werden soll, wird voraussichtlich in der Septembersitzung des Schulausschusses die Politik beschäftigen. Noch steht der Beschluss des Rates, für die Dreikönigengrundschule, die 2012 ins Gebäude des Berufsbildungszentrums Hammfelddamm verlagert wurde, einen Neubau zu errichten und sie zum alten Standort zurückkehren zu lassen. Dieser Beschluss wurde allerdings gefasst, bevor die Umwandlung der auf dem gleichen Campus liegenden Comeniusschule in eine sechszügige Gesamtschule beschlossen wurde. Diese wird – auch wegen der drei Oberstufenjahrgänge – mehr Platz benötigen. So kündigte Bürgermeister Reiner Breuer schon im vergangenen Oktober bei einem Schulbesuch an: „Es kann sein, dass bald Bagger anrollen“. Der Schulcampus an der Weberstraße müsse neu sortiert und geschaut werden, so Breuer, was man in Zukunft brauche.

Baubeginn im vierten
Quartal 2022 anvisiert

Die SPD wäre offen für neue Überlegungen, sagt der Fraktionsvorsitzende Arno Jansen. Ihm sei aber bewusst, dass die Dreikönigenschule in ihrem alten Umfeld eine identitätsstiftende Schule war und Gedanken, sie am Hammfelddamm zu belassen, wenig begeistert aufgenommen würden. Für Stephanie Wellens (SPD) kommt ein neuer Beschluss nicht infrage. „Wir wissen, dass mehr Platz im Schulzentrum gebraucht wird“, sagt sie. Aber die Diskussion, die derzeit in einer Arbeitsgruppe Grundschulen geführt wird, zeige ihr schon jetzt, dass wohl beide Standorte für Grundschulen gebraucht werden.

Ob die Dreikönigenschule zurückkehrt oder nicht – vor einer solchen Diskussion sollen die Fakten noch einmal sortiert werden. Erster Aufschlag dazu wird nach Darstellung von Stadtsprecher Peter Fischer sein, ein Raumkonzept für die Comeniuschule zu entwickeln.

Etwas Zeit dazu bliebe noch, denn in der Prioritätenliste, die das Gebäudemanagement im Vorjahr vorlegte, ist von einem Baubeginn an der Werbestraße im vierten Quartal 2022 die Rede. Fertig wäre die Schule dann erst 2024. „Das ist nicht ideal“, sagt Wellens, die sich mehr Tempo in dem Thema wünschen würde.„Durchgetaktet“ ist nur der Abriss.

Nach dem Abbau der Container beginnt im September die Entkernung des Gebäudes. Verwertbare Teile werden demontiert, schadstoffhaltige Baustoffe entfernt und entsorgt. Von Dezember bis März 2020 erfolgt dann der Abbruch.