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Demografischer Wandel: Hohe Geburtenrate, dezente Alterung

Demografischer Wandel: Hohe Geburtenrate, dezente Alterung

IHK: Neuss weniger hart getroffen als vergleichbare Kommunen.

Neuss. Die Stadt Neuss wird weitaus weniger von den Folgen des demografischen Wandels betroffen sein als vergleichbare Kommunen. Das ist das Ergebnis einer IHK-Studie.

Die Kammer hat die demografische Entwicklung mit Hilfe von Prognosedaten des statistischen Landesamtes untersucht. Die Daten wurden auch mit Werten von Kommunen ähnlicher Größe in NRW verglichen. „Für Neuss wird eine wachsende Bevölkerung und eine unterdurchschnittliche Alterung vorausgesagt“, resümiert IHK-Volkswirt Rainer Növer.

Neuss schneidet im Vergleich zu anderen Kommunen am Mittleren Niederrhein bei der Entwicklung am besten ab. In keiner anderen Stadt wird die Alterung bis 2030 günstiger verlaufen. Keine Stadt hat eine so hohe Geburtenrate. Dennoch wird der Anteil potenzieller Arbeitskräfte auch in Neuss sinken. Der Rückgang der Einwohner im erwerbsfähigen Alter beträgt zwar nur 3,7 Prozent und liegt damit unter dem Durchschnitt. „In Zeiten eines fortschreitenden Fachkräftemangels wird aber auch dieser geringe Rückgang die Wirtschaft vor Herausforderungen stellen“, sagt Növer.

Schon heute hat der Wandel große Auswirkungen auf die Arbeitskräftenachfrage. 47 Prozent der vom Fachkräftemangel betroffenen Unternehmen im Rhein-Kreis Neuss berichten, dass das altersbedingte Ausscheiden von Mitarbeitern für sie Hauptmotiv für die Suche nach neuen Arbeitskräften sei.

Auch für die kommunalen Finanzen werde der Prozess nicht ohne Folgen bleiben, so die IHK. Derzeit kommen in Neuss auf 100 Personen im erwerbsfähigen Alter 66 Rentner und Jugendliche. Dieser Wert wird bis 2030 auf 73 zu alimentierende Personen anwachsen: ein Wert, der weitaus günstiger ist als in den Vergleichsgemeinden.

Mit dem Demografiebericht möchte die IHK regionale Akteure anregen, sich intensiver mit den Folgen für die Wirtschaft auseinanderzusetzen. „Wir können die Entwicklung nicht aufhalten, aber Konsequenzen abmildern, wenn Maßnahmen getroffen werden“, sagt Növer.

Auch die Attraktivität als Wohnstandort hat einen Einfluss auf die Entwicklung. Die Studie zeigt für Neuss in dieser Hinsicht Licht und Schatten auf. „Der Zuzug von Familien sowie der Anteil von jungen Hochqualifizierten ist überdurchschnittlich hoch. Weniger erfreulich ist allerdings die geringe Betreuungsquote der unter Dreijährigen“, erklärt Növer. Red