„Das ist für mich unterste Schublade“

„Das ist für mich unterste Schublade“

Sascha Querbach, Ex-Coach des VdS Nievenheim, macht seinem Ärger Luft.

Sascha Querbach und sein Co-Trainer Thomas Boldt wurden nach nur elf Spielen beim Fußball-Landesligisten VdS Nievenheim freigestellt. Der neue Trainer heißt Michele Lepore. Im Interview spricht Querbach über die Hintergründe seines Rauswurfs.

Herr Querbach, wie kam es aus Ihrer Sicht zum Trainerwechsel?

Sascha Querbach: Der neue sportliche Leiter, Thomas Stube, hat vom ersten Tag an versucht, uns loszuwerden, und hat gegen uns gearbeitet. Wir waren mit der Mannschaftsplanung schon im Januar durch und haben eine Liste von Spielern erstellt, mit denen wir sprechen wollten. Das wurde komplett ignoriert, wir wurden hingehalten, da war überhaupt keine Kommunikation mit ihm möglich. Am Dienstagabend hatten wir dann ein langes Gespräch mit dem Vorstand. Im Endeffekt sind wir aber froh, dass es so gekommen ist. Mit Leuten, die nicht zu ihrem Wort stehen und einfach nicht ehrlich sind, wollen wir nichts zu tun haben. Immerhin können wir jeden Morgen aufstehen und mit reinem Gewissen in den Spiegel gucken.

In Michele Lepore wurde im gleichen Atemzug bereits Ihr Nachfolger präsentiert. Wie gehen Sie damit um?

Querbach: Das ist für mich unterste Schublade, dass sofort ein neuer Trainer parat steht, der hinter unserem Rücken sogar schon drei, vier Spiele von uns gesehen hat. Ich habe den Kollegen schon beim Spiel gegen Jüchen (18. Februar, Anm. d. Red.) an der Seitenlinie gesehen, aber gesprochen wurde mit uns zu keinen Zeitpunkt.

Sportlich lief es für Sie nicht gut. Aus elf Spielen holten Sie nur drei Siege.

Querbach: Wir hätten zu 1000 Prozent mit der Mannschaft die fehlenden Punkte geholt, um die Klasse zu halten. Als wir im Herbst geholt wurden, wurde uns gesagt, dass wir hier langfristig und am besten über drei, vier Jahre eine Mannschaft aufbauen sollen und dafür Zeit bekommen. Und dann heißt es auf einmal, die Philosophie des Vereins passt nicht mehr zu uns, was immer das heißen mag. Der Hammer war aber, dass uns in diesem Gespräch am Dienstag dann ins Gesicht gesagt wurde: „Ihr holt in den nächsten drei Spielen doch eh keine Punkte!“

Woher kommt für Sie der plötzliche Sinneswandel im Verein, für den Sie ja auch jahrelang gespielt haben?

Querbach: Die Außendarstellung ist in diesem Verein scheinbar egal, zumal vor mir die Trennungen von Thomas Bahr, Marko Niestroj und Varol Besikoglu ja auch unsauber abgelaufen sind. Es sind immer dieselben Leute im Vorstand, die das zu verantworten haben.