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Comeback der Küche aus Deutschland

Comeback der Küche aus Deutschland

Gut Bürgerliches erlebt eine Renaissance.

Neuss. Genüsslich pafften erstaunlich viele Besucher des Genießertreffs im Séparée der Stadthalle eine dicke kubanische Zigarre. Die kulinarische Messe von Neuss Marketing hält seit Jahren an Bewährtem fest, doch dieses leicht dekadente Vergnügen wird sich ab dem kommenden Jahr buchstäblich in Rauch auflösen — dann geht’s aus den bekannten Gründen ab in die Kälte.

Aber das Schlemmerrund mit 31 Gastronomen aus der Region soll die zahlenden Gäste ja primär auch kulinarisch zufriedenstellen. Und das gelingt zur Not auch ohne Rauchwaren. Dabei hat sich ein Trend aus den Vorjahren weiter fortgesetzt: Ob Grünkohl bürgerlich aus dem Hause Hubertus, Wildragout mit Rosenkohl aus dem Drusushof oder marinierter Tafelspitz aus dem Wirtshaus Baumeister — die bürgerliche deutsche Küche ist weiter auf dem Vormarsch und macht inzwischen fast die Hälfte der angebotenen Speisen aus.

Doch es ist die Vielfalt an Spezialitäten, die den Reiz für die 1000 mehr oder weniger anspruchsvollen Feinschmecker ausmacht. Es sind zumeist Stammgäste, die jedes Jahr wiederkommen. Und die mussten auch auf Bouillabaisse, überbackene Austern oder Rauchlachsroulade nicht verzichtet. Besonders ins Zeug legte sich in diesem Jahr die Küche des Holiday Inn. Das Hotel-Restaurant Amaroso überraschte mit Rauchlachscrêpe und Falszdorfer Schweinefilet auf Spitzkohl — was allein schon deswegen ungewöhnlich war, weil sich die Portionen als sättigend herausstellten.

Da musste der Besucher aufpassen, dass noch genug Platz blieb für andere Köstlichkeiten — etwa das Buttermilch-Limonettenmousse mit Erdbeermark von Catering Bauer. M.I.