Clemens-Sels-Museum startet Probelauf mit freiem Eintritt

Clemens-Sels-Museum startet Probelauf mit freiem Eintritt

Im neuen Jahr ist der Besuch immer am ersten Sonntag im Monat kostenlos — das erste Mal am 1. Januar.

Neuss. In der letzten Kulturausschusssitzung des Jahres hatte die Politik die Weichen gestellt. Das Clemens-Sels-Museum soll künftig einen Tag im Monat anbieten, an dem kein Eintrittsgeld verlangt wird. Das Team um Direktorin Uta Husmeier-Schirlitz hat schnell reagiert und sich für den ersten Sonntag im Monat entschieden. Der fällt im Januar auf den Neujahrstag — so dass das Jahr 2017 im Museum gleich mit einer grundlegenden Neuerung beginnt.

Den genauen Tag hatte die Politik nicht bestimmt, aber für Husmeier-Schirlitz gilt schon länger: „Sonntag ist Museumstag.“ Dass es der erste im Monat sein würde, war ebenso schnell geklärt. „Dass der im Januar auf Neujahr fällt, ist aber nur ein Zufall“, sagt sie. Für die Entscheidung haben sie und ihr Team eine Frage zur Grundlage gemacht: „Wann kann man die Neusser am besten mit dem Angebot erreichen?“ Sonntag sei traditionell der Tag, an dem viele Familien ins Museum kommen, erzählt sie, „die Menschen haben Zeit, und das Museum hat dann einen hohen Stellenwert“.

Ein Jahr lang wird nun ausprobiert, ob der eintrittsfreie Sonntag angenommen wird. Husmeier-Schirlitz hat daran kaum Zweifel. Verschönert wird das Angebot zudem mit Veranstaltungen, die sowohl Erwachsene wie Kinder ansprechen sollen. Führungen im Doppelpack stehen auf dem Plan — parallel laufend, damit Familien sich zur selben Zeit am selben Ort aufhalten, aber inhaltlich ihrem Alter entsprechend das Museum kennenlernen. Dieses Angebot soll es ab Februar geben. „Für den Neujahrstag haben wir das noch nicht hinbekommen“, sagt die Direktorin bedauernd. Doch die schnelle Umsetzung des politischen Beschlusses war ihr wichtig — so wichtig, dass es das neue Angebot nicht mal mehr ins gerade gedruckte Trimester-Programm geschafft hat.

Der eintrittsfreie Sonntag und auch der „lange Donnerstag“, an dem das Museum bis 20 Uhr geöffnet ist, sind für die Museumschefin zwei weitere Hebel, um ihr Haus zu einem „Ort der lebendigen Begegnung“ zu machen. „Es gibt zurzeit so viele Konzepte, um Museen zukunftssicher zu machen“, sagt sie, „für mich hängt die Zukunft vor allem mit der Teilnahme der Menschen zusammen“.

Besuchereinnahmen wie auch Gebühren für Führungen sind wichtige Einnahmenquellen für ein Museum. Fällt ein Sonntag raus — wobei Führungen nicht gebührenfrei sind —, fehlen am Ende des Jahres etwa 10 000 Euro. „Das haben wir deutlich gemacht und wurde auch akzeptiert“, sagt die Direktorin. Nach einem Jahr wird die Statistik ausgewertet und entschieden, ob der Versuch funktioniert und Neuss das Angebot annimmt.