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Clemens-Sels-Museum: Kinder interpretieren große Meister

Clemens-Sels-Museum: Kinder interpretieren große Meister

Im Sels-Museum schlüpften am Sonntag Kinder in die Rolle von Künstlern.

Neuss. Weit über 100 Besucher kamen gestern zur Eröffnung des Aktionstages im Clemens-Sels-Museum. Die Ausstellung mit Kinderbildern gab jedoch nicht Direktorin Ute Husmeier-Schirlitz frei, sondern Tochter Anna. Die Achtjährige war im Anschluss auch selbst kreativ aktiv: „Ich habe im Garten Blumen gesammelt, sie in eine schöne Vase gestellt und gemalt.“

Unter dem Titel „Horizonte erweitern — Die Künstler von morgen und das Phänomen Landschaft“ waren gestern und im Vorfeld kleine Künstler gefragt, Talent und Fantasie spielen zu lassen. Zusammen mit der Erlebnisschule Malpalais von Jutta Tremmel-Endres wurden in Workshops altersgerecht verschiedene Techniken ausprobiert. Die Jüngsten ab vier Jahren gingen mit der Lupe im Park auf Erkundungstour, um später Blüten oder Schnecken zu malen. Ältere bis 16 Jahre versuchten sich an Linoldruck oder Foto-Collagen. Die Ergebnisse interessierten natürlich auch viele Eltern und Großeltern, so dass am Ende des Tages an die 200 Besucher im Museum gewesen sein dürften.

Faszinierend fand Ute Husmeier-Schirlitz vor allem die Tage vorher umgesetzte Aufgabenstellung, große Meister von Julius Bretz über Heinrich Hoerle bis Johann Wilhelm Schirmer nicht zu kopieren, sondern nach eigenem Gutdünken mit Ölkreide oder Acryl auf das Papier zu bringen: „Die Werke dienten nur als Inspirationsquelle, wurden von den Kindern neu interpretiert.“ So sei den jungen Künstlern die kubistisch anmutende und menschenleere Landschaft eines Hoerle nicht geheuer gewesen. „Sie haben dann Hunde oder Katzen, Osterhasen, Dinosaurier und Ritter hinzugefügt“, erzählt die Museumsleiterin.

Schirmers Reiseimpressionen dienten wiederum dazu, eigene Urlaubserinnerungen mittels Modelliermasse in kleinen Skulpturen zu verewigen. „Um den Neigungswinkel beim schiefen Turm von Pisa so zu berechnen, dass nicht alles zusammenkracht, kann man dann gleich noch ein bisschen Physik üben“, berichtet Husmeier-Schirlitz amüsiert.

“ Die Ausstellung mit den Bildern der Kinder ist noch bis zum 16. Juni im Sels-Museum zu sehen.