Clemens-Sels-Museum - Ein „Juwel“ im Jubiläumsjahr

Clemens-Sels-Museum - Ein „Juwel“ im Jubiläumsjahr

Moreau-Schau und Ausstellung zur Entdeckung der Geschichte

Neuss. Das Jahr 2012 sei ein ganz bedeutendes für das Clemens-Sels-Museum, bekundete Museumsleiterin Uta Husmeier-Schirlitz gestern bei der Vorstellung des Jahresprogramms. Bedeutend — wegen des Jubiläums, 100 Jahre alt wird das Museum. Und es sei ein entscheidendes Jahr, fügte sie hinzu: Es gelte, Bevölkerung und Politiker zu überzeugen, dieses Juwel zu erhalten und entsprechend auszugestalten.

Ins Detail ging sie nicht, doch klar stand dahinter: Wird das Museum nicht endlich saniert, ist die Zukunft tatsächlich offen.

2012 jedenfalls bieten Uta Husmeier-Schirlitz und ihr Team ein Programm mit großer Spannbreite auf. Zunächst dreht es sich um das Museum selbst. Die Ausstellung „100 Jahre, 100 Schätze“ zeigt 100 bedeutende Werke aus allen Sammlungsbereichen des Hauses: von Werken der Niederländer bis zu den Symbolisten, deren Sammlung das Museum weithin bekannt gemacht hat, von Rheinischen Expressionisten bis zur Kunst der Naiven: ebenfalls eine bedeutende Sammlung, die allerdings aus Platzgründen im Depot schlummert.

Zum Jubiläumsfest im Juni mit vielen Aktionen installiert Rita Rohlfing auf dem Außengelände mit magenta-farbenen Teppichbahnen eine Verbindung zwischen dem alten Museumsstandort am Markt und dem aktuellen Bau.

Die Anklänge an Indiana Jones sind gewollt: Unter dem Titel „Jäger der verlorenen Geschichte“ präsentiert Carl Pause frühe Bemühungen, die Neusser Historie — gefragt war vor allem die römische — zu erkunden. Hermann Jäger, Gründer des ersten Altertumsvereins, der Sammler Clemens Sels oder der Ausgräber Constantin Koenen kommen hier zu Ehren, Thema sind aber auch schon frühere Ausgrabungen. Pause verspricht eine pädagogisch aufgearbeitete Schau, die auch Familien locken sollte.

Sehr ambitioniert ist die große Ausstellung ab September, „Sehnsucht nach Farbe — Moreau, Matisse & Co.“. Im Mittelpunkt steht der „Vater der Symbolisten“, von dem das Haus am Obertor als einziges Museum in Deutschland vier Werke zeigen kann, und Schüler wie Matisse, Rouault oder Maxence. 60 Gemälde, Handzeichnungen und Aquarelle stammen teils aus berühmten Museen wie dem Musée d’Orsay oder dem Centre Pompidou. „Das wird definitiv ein außergewöhnlicher Kunstgenuss“, kündigt Uta Husmeier-Schirlitz an.

Im Rahmen des Kulturaustausches des Landes NRW mit Polen zeigt das Feld-Haus auf der Raketenstation unter dem Titel „Klopsztanga“ naive Kunst aus Polen. Präsentiert werden Werke aus der eigenen umfangreichen Sammlung naiver Kunst, die sich frei von ästhetischen Normen entfaltet.

Für die Vorweihnachtszeit stellt Thomas Ludewig die Ausstellung „Der liebe Advent und der freudenreiche Rosenkranz“ eine Ausstellung aus Druckgrafiken der Sammlung Feldhaus und Rosenkränze aus vier Jahrhunderten zusammen.

Im Jubiläumsjahr gehört zum Blick nach vorn auch ein Schülerwettbewerb: Was sollte das Museum sammeln, wie die Exponate präsentieren? Die Ergebnisse werden ab November präsentiert.