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City-Manager sollen Leistung nachweisen

City-Manager sollen Leistung nachweisen

Die Fraktion „Mein Grevenbroich“ fordert einen Überblick über Erfolge. Auch der Bürgermeister will wissen, was für die Stadt getan wurde.

Grevenbroich. Martina Suermann von der Fraktion „Mein Grevenbroich“ will wissen, was die City-Manager der Kölner Beratungsfirma Cima in bisher 26 von 36 Monaten ihrer Tätigkeit für die Stadt unternommen haben. In einem Antrag für die morgige Ratssitzung fordert die Politikerin einen detaillierten Leistungs- und Kostennachweis. Dieser soll die Grundlage für ein Controlling des Projekts bilden, das sie für dringend erforderlich hält. Zudem will Suermann wissen, was das Management in den verbleibenden zehn Monaten konkret plant.

Dass der Leistungsnachweis üppig ausfallen wird, davon geht die Fraktionschefin aber nicht aus. „Abgesehen von der Herausgabe einiger Hochglanzbroschüren ist in der langen Projektlaufzeit nicht viel passiert“, meint sie. Zwar könne das City-Management nicht von heute auf morgen die Leerstände in der Innenstadt beheben. „Ich erwarte aber zumindest ein Konzept, das schlüssig darlegt, wie mit dem Thema umgegangen werden soll.“

Dass es gelingen kann, beispielsweise leer stehende Geschäfte vorübergehend zu vermieten, sei kürzlich mit der Eröffnung einer „Pop Up-Galerie“ an der Bahnstraße bewiesen worden, so Suermann. Das sei zwar ohne City-Manager geschehen, sollte aber Nachahmung finden, meint die Politikerin.

Das von „Mein Grevenbroich“ angesprochene Thema habe die Verwaltung längst erreicht, sagt Bürgermeister Klaus Krützen. „Wir müssen intern einen Break machen, um festzustellen, was umgesetzt ist und wo handfeste Ergebnisse erzielt worden sind“, sagt er: „Einige Dinge laufen nicht rund, darüber muss in Ruhe diskutiert werden.“

Was die Leerstände in der Innenstadt betrifft, gibt Krützen zu bedenken, dass das City-Management nur in einem gewissen Rahmen agieren könne. „In erster Linie ist das ein Geschäft zwischen Mietern und Vermietern“, sagt er. Den Eigentümern leer stehender Immobilien in der Fußgängerzone empfiehlt er, sich mit ihren unmittelbaren Nachbarn in Verbindung zu setzen, um gemeinsam zu überlegen, wie Ladenlokale für potenzielle Mieter attraktiver gestaltet werden können — etwa durch eine Zusammenlegung.

Ein City-Management sei schon seit langem die Forderung des Werberings gewesen, sagt Vorsitzender Heiner Schnorrenberg. Untätigkeit will er den handelnden Akteuren nicht vorwerfen: „Die Leerstandsproblematik ist erst nach deren Einstellung hinzugekommen. Ich habe den Eindruck, dass die Manager so viele Aufgaben haben, dass sie nicht wissen, wo sie zuerst anpacken sollen.“

Eine „ureigene Aufgabe“ habe das City-Management etwa angepackt, indem die Ladenöffnungszeiten in der Innenstadt ermittelt wurden. „Aus diesen Daten wollen wir nun eine Kernöffnungszeit für die Fußgängerzone ableiten“, sagt Schnorrenberg. Dieses Thema werde auf der nächsten Versammlung des Werberings verabschiedet.