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Chefarzt setzt neuen Schwerpunkt am „Lukas“

Chefarzt setzt neuen Schwerpunkt am „Lukas“

Als neuer Leiter der Chirurgischen Klinik I will Alexis Ulrich die Krebs-Chirurgie zur weiteren Kerndisziplin am Lukaskrankenhaus ausbauen. Geschäftsführer Nicolas Krämer hat bereits die ersten Weichen gestellt.

Neuss. Es sind große Fußstapfen, denen Prof. Dr. Alexis Ulrich folgt. Denn der Chirurg (48) hat die Nachfolge von Prof. Dr. Peter E. Goretzki angetreten und leitet seit dem 1. Juli die Chirurgische Klinik I am Lukaskrankenhaus. Ulrich war zuletzt leitender Oberarzt und stellvertretender Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, der größten onkologischen Klinik in Deutschland.

Nach einem fünf-schrittigen Bewerbungsprozess hatte sich der Verwaltungsrat einstimmig für den Facharzt für Allgemein-Chirurgie und für Spezielle Viszeral-Chirurgie entschieden. Geschäftsführer Nicolas Krämer ist vom „Champions-League-Niveau“ des gebürtigen Düsseldorfers überzeugt.

Das weltweite Renommee seines Vorgängers, der im Alter von 66 Jahren an die Berliner Charité gewechselt ist, und am Standort Virchow Klinikum die interdisziplinäre Sektion „Endokrine Chirurgie“ auf- und ausbauen wird, schreckt Ulrich nicht. Im Gegenteil: „Diese Herausforderung nehme ich gerne an.“ Sein Anspruch sei vor allem, qualitativ hochwertige Arbeit im Sinne der Patienten abzuliefern. „Dafür werde ich meine ganze Kraft einsetzen.“

Seine Schwerpunkte als Chirurg liegen insbesondere in der operativen Behandlung bösartiger Erkrankungen im Bereich des Oberbauchs, der Bauchspeicheldrüse, der Leber, des Magens, der Speiseröhre und des Darms. Daher möchte er die Krebs-Chirurgie als weiteren Schwerpunkt am Lukas etablieren, erklärt er. Aber er lege ebenso großen Wert darauf, dass alle Patienten auch mit nicht-onkologischen Erkrankungen optimal am Lukas versorgt werden.

Alexis Ulrich, Chefarzt

Dass die Krebs-Chirurgie weiter ausgebaut werden kann, ist einer wesentlichen Weichenstellung durch die Geschäftsführung des Lukas zu verdanken. Bereits im Januar wurde die endokrine Halschirurgie in die Chirurgische Klinik III unter Leitung von Katharina Schwarz ausgegliedert. Damit bleibt die etablierte Schilddrüsen-Chirurgie, für die viele Patienten nach Neuss kommen, erhalten. „Diese Entscheidung ist absolut positiv für mich“, sagt Ulrich. „So kann ich einen weiteren Schwerpunkt ausbauen, ohne dass ein bestehender vernachlässigt wird.“ Neben seiner Expertise im Bereich der Krebs-Chirurgie ist Ulrich zudem zertifizierter Konsolen-Chirurg. Der Begriff kann irreführend sein, denn mit einer Spielkonsole hat die Roboter-Chirurgie nichts gemein. „Es sind vielmehr sogenannte Telemanupulatoren mit Handstücken, Pedalen und einem 3-D-Monitor, die dem Chirurgen komfortables, hochkonzentriertes Arbeiten ermöglichen und präzise Umsetzung gewährleisten“, so Ulrich.

Bereits seit zwei Jahren arbeitete er in Heidelberg mit einem Operationsrobotor, hat über 80 Eingriffe vorgenommen. Der neue Chefarzt ist überzeugt, dass die Robotik in der Bauch-Chirurgie auf dem Vormarsch sei. „Denn sie ermöglicht extrem präzise operative Eingriffe“, erklärt er. Der Roboter mache nichts alleine, sondern führe nur exakt die Befehle des Operateurs durch. Aktuell gibt es noch keine Operationsroboter am Lukaskrankenhaus. „Aber ich würde mir wünschen, irgendwann einen zu bekommen“, sagt der neue Chefarzt.