Antrag an den Rat der Stadt Neuss Ein Masterplan für Grimlinghausen

Grimlinghausen · Neue Schule, neue Sportanlage und eine kulturelle Aufwertung des Reckbergs: Das sind die drei Eckpfeiler in einem Antrag, den die CDU an den Rat richtet. Vor fast zwei Jahren hatte sie erste Ideen dazu entwickelt – ein großer Wurf für den Ortsteil.

Die Bezirkssportanlage gehört zu den schlechtesten im Stadtgebiet und gilt schon lange als Sanierungsfall. Die CDU will die Anlage aufgeben.

Die Bezirkssportanlage gehört zu den schlechtesten im Stadtgebiet und gilt schon lange als Sanierungsfall. Die CDU will die Anlage aufgeben.

Foto: Christoph Kleinau

Die Rheingemeinde Grimlinghausen neu denken: Das verlangt die CDU schon seit Jahren für den stark gewachsenen Ortsteil am Rhein. Nun will sie Nägel mit Köpfen machen. Knapp zwei Jahre, nachdem der Stadtverordnete und CDU-Ortsvereinsvorsitzende Berd Ramakers ein erstes Konzept vorgestellt hat, gießt die CDU das Projekt in einen Antrag, der den Rat am 26. April beschäftigen wird. Inhalt: neue Schule, neue Sportanlage – und eine Aufwertung des Reckbergs im Südosten des Stadtteils.

Auch wenn das Vorhaben im ersten Aufschlag noch größer klang, muss von einem großen Wurf gesprochen werden. Ein Konzept aus einem Guss sei das Ziel – statt mehrerer aufwendiger und teurer Einzelsanierungen. Alleine die Sanierung der Bezirkssportanlage, die selbst Dietmar Dahmen von der SPD „die vermutlich schlechteste im Stadtgebiet“ nennt, würde nach Schätzung eines Gutachters mindestens eine Million Euro kosten, hält die Union fest. Und dass die 1955 errichtete Pestalozzi-Grundschule zu klein ist und auch baulich nicht mehr den Erfordernissen einer modernen Schule entspricht, sei auch seit langem bekannt.

Seit die Union mit ihrem großen Wurf an die Öffentlichkeit getreten ist, hat Ramakers im Hintergrund viele Gespräche mit Fachleuten und Vereinsvertretern geführt. „Uns war es wichtig, unsere Ideen mit den Wünschen und Vorstellungen vor Ort abzugleichen“, sagt er zusammenfassend.

Zwei Dinge finden sich im überarbeitenten Entwurf nicht mehr wieder. Die Verlegung des Kirmesplatzes auf das Areal der Bezirkssportanlage, um im Gegenzug den alten Kirmesplatz für Wohnzwecke zu überplanen, ist die weitreichendste Veränderung. Die CDU spricht nun neutraler nur noch davon, dass Teile der Bezirkssportanlage renaturiert und der Rest als Veranstaltungsplatz genutzt werden könnte. Ohne bestimmte Zuordnung.

Die zweite Änderung bezieht sich auf die in Containern untergebrachte Kita an der Kasterstraße, von der im neuen Antrag nicht mehr ausdrücklich die Rede ist. Ursprünglich sollte sie mit auf einen neuen Sport- und Bildungscampus im Südosten Grimlinghausesn verlagert werden. Nun heißt es nur, dass nun in Nachbarschaft einer neuen Grundschule samt Turnhalle und größeren Räumen für die Offene Ganztagsbetreuung sowie einer neuen Sportanlage auch eine neue Kita errichtet werden könnte, weil das größere Synergieeffekte verspricht. Zum Beispiel könnten Offene Ganztagsschule und Kita von einer Mensa beziehungsweise Küche aus gemeinsam versorgt werden.

Neu in der Planung ist der Aspekt Reckberg. Offenbar inspiriert durch die räumliche Nähe zwischen dem erhofften Sport- und Bildungscampus und diesem Waldstreifen. Dort war in der Römerzeit ein kleines Lager aufgeschlagen, an dessen Lage heute der Nachbau eines römischen Wachturmes erinnert. Wegen dieser Anlagen ist der Reckberg Teil des Unesco-Weltkulturerbes Niederrheinischer Limes.

Der Bau eines Zentrums für Schule, Kita und Sport wäre eine ausgezeichnete Gelegenheit, argumentiert die Union, den Reckberg kulturell und touristisch aufzuwerten. „Bis hin zu einer Rekonstruktion des Kleinkastells ist alles möglich“, schwärmt Ramakers auch. Die römische Geschichte des Ortes könnte auch in den neuen Namen der Schule oder ihr bauliches Erscheinungsbild einfließen.

Umsetzen möchte die CDU ihre Pläne auf einem derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Gebiet im Süden des Ortes. Dort war vor Jahren einmal eine Landhaussiedlung geplant, und auch der zuletzt überarbeitete Flächennutzungsplan weist dort Platz für den Wohnungsbau aus. Ein großer Teil der Fläche befindet sich im Besitz der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG). Mit ihr in Gespräche über einen Flächentausch aufzunehmen, ist ebenfalls Teil des CDU-Antrags. Willigt die GWG ein, würde ihr die CDU das Areal der Pestalozzischule für einen Wohnungsbau anbieten wollen.

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