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Bürger weist mit Fähnchen auf Hundekot-Problem hin

Bürger weist mit Fähnchen auf Hundekot-Problem hin

Der Unbekannte hat am Sankt-Martinus- Kunstweg insgesamt 40 kleine Fähnchen in den Boden gesteckt.

Kaarst. Am Sankt-Martinus-Kunstweg bietet sich Spaziergängern derzeit ein denkwürdiges Bild. Rund 40 Fähnchen verteilen sich über die Grünfläche und haben besondere Botschaften, wie zum Beispiel „Haufen sucht Herrchen“. Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass die Wimpel überall dort stehen, wo sich auch ein Hundehaufen befindet. „Wenn man bedenkt, dass jeder kräftige Regen die Haufen wegwäscht und es erst kürzlich stark geregnet hat, ist das schon eine beachtliche Menge, die dort liegt“, sagt Sabine Kühl, stellvertretende Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses (BUNA). Das Problem der liegengelassenen Hundehaufen gibt es im gesamten Stadtgebiet und verärgert zunehmend die Bürger.

Birgit Theissen, die mit ihrem Hund regelmäßig am Sankt-Martinus-Kunstweg spazierengeht, kennt das Problem, fühlt sich aber nicht angesprochen. „Ich habe immer meine Hundekot-Beutel dabei“, sagt sie. Diese Tüten sind auch in den sogenannten Dogstations zu finden, die überall im Stadtgebiet aufgestellt sind. Häufig aber sind die Stationen leer. „Ich bezahle 96 Euro Hundesteuer, dafür kann ich eigentlich auch erwarten, dass die Dogstations mit Tüten gefüllt sind“, sagt Theissen. Nach Angaben der Stadt sollten sie das auch sein, denn immerhin alle 14 Tage werden die Stationen nachgefüllt. Je nach Standort werden sie mit 500 bis 1000 Tüten aufgefüllt, sagt Brigitte Kaulen vom Ordnungsamt.

Dass die Tüten trotzdem oft vergriffen sind, liegt auch daran, dass sich manche Hundebesitzer ausgiebig daran bedienen. Ein solches Beispiel hat Sabine Kühl kürzlich erst erlebt. „Ich habe gesehen, wie ein Mann Tüte um Tüte rausgezogen hat. Darauf angesprochen, kam in einem sehr aggressiven Ton zurück, dass die Tüten schließlich kostenlos seien.“ Das ist richtig, „die Tüten sollen aber nur eine Ergänzung sein“, erklärt Stefan Adams von der Stadt Kaarst. Es liege in der Verantwortung der Hundebesitzer, für die Entfernung des Kotes zu sorgen.

Wird der Kot gesammelt, landet die Tüte nicht selten in nahegelegenen Vorgärten. „Wenn es an einer Stelle an einem Mülleimer fehlt, sollten Bürger uns das mitteilen. Die Stadt prüft dann, ob dort ein Eimer aufgestellt werden kann“, so Kühl. Es müsse aber bedacht werden, dass auch die Leerung und Entsorgung Geld koste, das am Ende auf die Bürger umgelegt werde.

Kühl sieht die Lösung in hohen Bußgeldern. „Das muss richtig weh tun, dann werden die Menschen in Zukunft den Hundekot auch aufsammeln. Ein Verwarngeld von fünf Euro hilft da wenig.“ Zudem sei es nur fair, dass „die Quittung bei denen landet, die es verdienen“, so Kühl. Adams weist darauf hin, dass eine Strafe nur dann ausgesprochen werden kann, wenn Hundebesitzer „in flagranti“ vom Ordnungsamt erwischt werden. Grundsätzlich sei eine hohe Strafe aber möglich. „Das ist Sache der Politik, dies zu beschließen.“