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Bombe aus dem 2. Weltkrieg: Entwarnung um 9.35 Uhr

Bombe aus dem 2. Weltkrieg: Entwarnung um 9.35 Uhr

Bombe aus dem 2. Weltkrieg entschärft. Zünder mit Ausbausperre machte Probleme.

Neuss. Kleiner als gedacht, rostig und überzogen mit Lehm und Sand liegt die Bombe auf der Pritsche des Lkw. Am Donnerstag um kurz nach 9 Uhr hat Sprengmeister Peter van Eck vom Kampfmittelräumdienst der Bezirksregierung Düsseldorf den Aufschlagzünder entfernt und die Bombe entschärft.

„Ich habe es mir einfacher vorgestellt“, sagt der Sprengmeister. Der Zünder hat eine Ausbausperre, die bei falscher Entschärfung zur Explosion führen kann. Durch die lange Liegezeit im Boden ist der Zünder zudem korrodiert.

Gefunden wurde die 10-Zentner-Bombe aus dem 2. Weltkrieg am Dienstag bei Sondierungsarbeiten an der Duisburger Straße im Hafen. Ein dort ansässiges Unternehmen will sich vergrößern.

Da der Hafen häufig Ziel von Bombenabwürfen war, werden vor Bauarbeiten alte Luftbilder der amerikanischen Luftwaffe ausgewertet. Die Bombe im Hafen lag in vier Metern Tiefe, weil sich das Geländeniveau in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.

Um 9.35 Uhr gibt Einsatzleiter Thomas Mathen vom Ordnungsamt Entwarnung. Entwarnung auch für den Verkehr im Bereich des Hafens. Ab 7 Uhr hat die Polizei die Zufahrten Richtung Hafen von der Hammer Landstraße und Königsberger Straße abgesperrt und die Wasserschutzpolizei den Zubringer im Rheinhafen ab Hubbrücke für den Schiffsverkehr abgeriegelt. Selbst die Flugzeuge im Landeanflug auf Düsseldorf dürfen Neuss gegen 9 Uhr nicht überfliegen.

Entgegen aller Befürchtungen kommt der Verkehr nicht zum Erliegen. „Es scheint sich bei den Lkw-Fahrern rumgesprochen zu haben“, sagt Sascha Severin vom Presseamt der Stadt. Die Verwaltung hat die 140 betroffenen Unternehmen informiert, viele Disponenten haben ihre Kunden und Zulieferer vorgewarnt. Lediglich 35 Lkw stehen auf einem eigens dafür eingerichteten Wartebereich am TÜV-Gelände.

Nach 9.35 Uhr können auch die wenigen evakuierten Anwohner im engeren Gefahrenbereich wieder ihre Wohnungen betreten. Das Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst verlädt die entschärfte Bombe und transportiert sie in ein Lager nach Ratingen-Lintorf. Später wird sie im westfälischen Büren zerlegt und entsorgt. Vor dem Gefahreneinsatz ist nach dem Gefahreneinsatz: Bei Peter van Eck klingelt schon wieder das Telefon. Sechs Granaten müssen gesprengt werden.