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Bei den "Summer School"-Angeboten in Neuss wird spielerisch gelernt

„Summer School“ : Ferienspaß und spielerisches Lernen

Die Bildungsangebote in der schulfreien Zeit orientieren sich eher an Freizeiten als am klassischen Schulbankdrücken.

Sommerferien bedeuten schulfrei und Abstand zu Bildungseinrichtungen – für die Meisten. Denn mancher Schüler nutzt genau diese Zeit, um Lernstoff nachzuholen. Lernplattformen bieten speziell Kurse für die Ferienzeit an, Nachhilfeanbieter werben für Unterricht, um versäumten Schulstoff nachzuholen – insbesondere jetzt, da der Präsenzunterricht lange ausfallen musste. Auch gibt es teilweise Fortbildungsmöglichkeiten in der eigenen Schule oder der örtlichen Jugendeinrichtung. Das „Hai Five“ in der Auferstehungskirche Weckhoven bietet dieses Jahr erstmalig eine „Summer School“ an. Das Projekt knüpft an das Angebot „Home School“ an, bei dem Schüler ihre Aufgaben im Gemeindezentrum erledigen konnten.

In den ersten drei Ferienwochen findet in dem Jugendtreff der evangelischen Kirchengemeinde täglich von 10 bis 16 Uhr ein Betreuungsangebot statt. Der Begriff „Summer School“ sei etwas irreführend, gibt Jugendleiterin Christina Hermann zu. Vielmehr sei es eine „Ferienbetreuung mit schulischen Aspekten“. Das habe sich bei der Erarbeitung des Programms so ergeben, berichtet Hermann. Und diese Art der Freizeitgestaltung kommt bei den Kindern gut an. 13 Grundschüler aus Weckhoven besuchen die ausgebuchte Freizeit. Die Jugendleiterin erklärt: „Jetzt sind die Bildung und der soziale Kontakt super wichtig. Wir bringen den Kindern spielerisch etwas bei und behandeln dabei Themen, die in der Schule behandelt werden.“ So lehrt beispielsweise eine Schatzsuche soziale Kooperation, das Lesen einer Karte und die Orientierung. Kreativität und das Schreiben werden beim Basteln von Postkarten gefördert. Und bei dem Quiz „Kahoo“ geht es um Allgemeinbildung und deren spielerische Vermittlung.

„Wir sind froh, dass wir die Summer School anbieten können“, sagt Hermann. Froh seien auch die Eltern, die ihre Kinder betreut wissen. Die „Summer School“ in ihrer Form vermittle Spaß, biete eine Alternative zum Tafelunterricht und wecke somit bei den Kindern die Lust, etwas zu lernen, führt die Jugendleiterin aus. Weiter erklärt sie: „Aktuell ist der Förderbedarf hoch.“

Zur Betreuung sind weniger Kinder gemeldet als sonst

Diesen Bedarf hat auch das Team der Ferienbetreuung an der Pestalozzischule erwartet. Die Offene Ganztagsschule ist eine von mehreren in der Stadt Neuss, die über Teile der Sommerferien ein Betreuungsangebot hat. Allerdings, so teilt die pädagogische Leiterin Petra Degener-Heckhausen mit, sind weniger Kinder gemeldet als in den Vorjahren – 118 statt durchschnittlich 130. Die Pestalozzischule konnte somit jede Anfrage zur Ferienbetreuung annehmen. Dass die Nachfrage geringer ist, erklärt sich die pädagogische Leiterin so: „Die Eltern haben sich wohl überlegt, ob sie die Betreuung zwingend benötigen. Mir ist bekannt, dass Eltern ihre Kinder nicht angemeldet haben, weil sie Zuhause sind und lieber denen den Vortritt lassen, die wirklich auf den Platz angewiesen sind.“ Auch bemerkt sie, dass die Schüler an weniger Tagen vor Ort sind. Viele kommen nur für eine Woche – sonst meldeten die Eltern ihre Kinder für den gesamten Zeitraum von drei Wochen an. Zum Angebot erklärt Degener-Heckhausen: „Wir möchten mit den Kindern gemeinsam ‚Urlaub’ machen. Sie sollen es genießen, einmal nicht an die Hausaufgaben zu denken – was nicht heißt, dass sie nichts lernen. Sie lernen immer, egal was sie tun.“

Klarer an dem schulischen Angebot orientiert ist die „Summer School“ der „International School on the Rhine“ (ISR), die bereits seit vielen Jahren angeboten wird. Morgens findet Unterricht statt, nachmittags gibt es Freizeitangebote. Durch Corona sind die Plätze in der „Summer School“, die dieses Jahr unter dem Motto „Mit Spiel und Spaß im Sommer Englisch lernen“ läuft, auf die Schüler der ISR begrenzt. Sonst durften auch Externe teilnehmen. Auch die Teilnehmerzahl ist limitiert. Über die Ferien besuchen etwa 100 Schüler die Betreuung. Die ISR erklärt: „Wir denken, dass die Betreuung für viele Familien diesen Sommer essenziell ist.“ Da Eltern sich zuvor frei nehmen mussten, sei die zusätzliche Betreuungszeit gut zu gebrauchen. „Außerdem kommen die Kinder auf andere Gedanken, Spielen im Freien und verbessern zudem spielerisch ihre Englischkenntnisse“, so die ISR.