Badestrand im Südpark kommt

Die Erweiterung des Südbades in Richtung Reuschenberger See ist machbar. Jetzt geht es um Details.

Reuschenberg. Aus der Idee ist ein Plan geworden: Das Südbad wird Richtung Reuschenberger See erweitert und ein Teil dieses Gewässers — durch Damm und Brücke abgetrennt — zu einem natürlichen Badesee. Vor einem Jahr waren Stadt und Stadtwerke mit dieser Überlegung an die Öffentlichkeit getreten, seitdem wurde geplant, gesprochen, verhandelt. Gestern konnte Bürgermeister Reiner Breuer feststellen: „Das ist machbar.“ Auch wenn noch viele Dinge zu klären sind. Stadtwerkechef Stephan Lommetz bremst deshalb allzu hohe Erwartungen: „Dieses Jahr wird das noch nichts.“

Im Beteiligungsausschuss am Dienstag wollte Sportdezernent Matthias Welpmann die gereiften Pläne vorstellen. Doch nach einer kuriosen Debatte über Formalitäten wurde der Top auf Antrag der CDU abgesetzt. Berichterstattung nicht erwünscht. Der Sportausschussvorsitzende Rolf Knipprath (CDU), zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates der Neusser Bäder und Eissporthalle (NBE), bemühte sich deshalb umgehend um Schadensbegrenzung. Er lobte den aus drei Varianten ausgewählten Entwurf und zeigte sich überzeugt: „Das wird eine Attraktion für die Bäder, für die Stadtwerke, für die Stadt.“

Vorerst ist der Plan vor allem eine Arbeitsgrundlage. Baurechtliche Fragen dazu würden derzeit geklärt, zu Fragen des Naturschutzes und der Ökologie wurden Vorgespräche geführt — mit positivem Ergebnis. Alle finanziellen Fragen sind noch offen. Man habe erst die Frage der Machbarkeit klären wollen, sagt Bäderchef Matthias Braun. Da die nun beantwortet ist, wird er nun auch untersuchen, welche Auswirkungen dieses Invest auf die Gesamtergebnis der Bäder haben kann. Kalkulationen für eine solche Sommerattraktion anzustellen sei allerdings schwer, gibt Braun zu.

Noch bevor über Pläne gesprochen wurde, hatte die Stadt mit einer Gewässeruntersuchung Antwort auf die Schmetterfrage gesucht: Geht das überhaupt? Ergebnis: Die chemische und biologische Beschaffenheit des Wassers im See sei gut, das Ufer flach genug, der sandige Untergrund optimal und der See nur etwas mehr als drei Meter tief. Weitere Untersuchungen zur Süßwasserfauna bestätigten nun auch einen reichhaltigen Fischbestand im See. Den werde man ebenso begrenzen müssen wie den Nährstoffeintrag, sagte Welpmann.

Von den sieben Hektar Wasserfläche wird etwa ein Hektar für den Badesse vom Hauptgewässer abgezirkelt. Davon werden aber nur 2500 Quadratmeter zur Badeanstalt. Den Rest der Fläche wird man brauchen, um das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen. Die übrigen sechs Hektar See werden ökologisch aufgewertet, ansonsten aber, so Welpmann, der natürlichen Dynamik überlassen.

Der Entwurf, mit dem die NBE jetzt in das Genehmigungsverfahren geht, gibt auch Antwort auf die spannende Frage: Wie kann der bei Spaziergängern beliebte Weg rund um den See erhalten werden, wenn die Stadtwerke ans Wasser rücken? Die Antwort ist ein — mit einem Durchlass unterbrochener - Damm. Für Südbad- und Saunabesucher hat das nach Lommetz’ Darstellung den Vorteil eines unverbauten Blicks von Liegeweise und Strand aufs Wasser. Und Spaziergänger wandeln sozusagen über den See. Dass Neuss einen Badesee mit allen Annehmlichkeiten eines modernen Freitzeitbades gleich nebenan bekommt, wertet Braun als größtes Plus in der Konkurrenz etwa zum Kaarster See. Welpmann sieht aber noch einen Vorteil. Wer im Südpark schwimmen geht, muss nicht mehr illegal bei einem der Baggerseen in der Nachbarschaft über den Zaun steigen.