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Ausstellung: Das Spiel mit Licht und Schatten

Ausstellung: Das Spiel mit Licht und Schatten

18 Objekte des Künstlers Josef Neuhaus werden ab Donnerstag im Rathaus gezeigt.

Neuss. Wer mit dem Auto nach Neuss fährt, wird zwangsläufig mit der Kunst von Josef Neuhaus konfrontiert. An der Abfahrt von der Kardinal-Frings-brücke steht die meterhohe „Endlosschleife“, weitere Objekte erinnern in Grimlinghausen, vor dem Clemens-Sels-Museum oder auf dem Hauptfriedhof an Neuhaus.

Doch kaum einer kennt den 1999 in Neuss gestorbenen Künstler noch oder kauft seine Arbeiten. Das wollen das Kulturamt und die Beigeordnete Christiane Zangs jetzt ändern. Die Stadt Neuss besitzt einen Nachlass von Neuhaus, der elf Jahre lang in den Kellerräumen des Rathauses lagerte. 18 Objekte wurden restauriert und auf dem Dezernentenflur in der ersten Rathausetage aufgehängt oder aufgestellt.

Rechte Winkel, weiße Farbe und exakte Verarbeitung kennzeichnen die Werke des Künstlers. „Neuhaus’ Werke spielen mit der Leere, mit Licht und Schatten“, sagt Kunsthistorikerin Gisela Götte. Die weiß lackierten Objekte aus Holz sind Teil einer Dauerausstellung. „Wir konnten uns alle mit der Idee identifizieren. Es wurde Zeit, seine Werke endlich auszustellen“, sagt Christiane Zangs.

Unzählige Werke hat die Stadt noch, durch die lange Lagerzeit verstauben sie in den Magazinen. Dem Renommee des 1923 in Essen geborenen Künstlers entspreche das nicht: „Neuhaus war eine international anerkannte Größe“, sagt Götte. Er stellte im Lehmbruck-Museum in Duisburg — bekannt für seine Skulpturen- und Plastikensammlung — und im Essener Folkwang-Museum aus. Ab 1956 lebte er in Neuss und arbeitete im Atelier in der Gnadentaler Mühle. Ende der 80er Jahre waren seine Werke — die alle keinen Titel tragen — bis zu 40 000 Mark wert. „Ich denke, dass es ein Revival von Josef Neuhaus geben wird“, sagt Zangs.

Die Ausstellung wird am Donnerstag um 18 Uhr in der ersten Etage des Rathauses eröffnet. Nach der Begrüßung durch Kulturdezernentin Christiane Zangs folgt eine Einführung durch Gisela Götte. Die Werke von Neuhaus können an Wochentagen von 8.30 bis 16 Uhr, freitags von 8.30 bis 13 Uhr besichtigt werden.