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Aufkleber sollen vor dem toten Winkel warnen

Aufkleber sollen vor dem toten Winkel warnen

Aus dem Führerhaus eines Lkw ist kaum sichtbar, ob Radfahrer oder Kinder daneben stehen.

Neuss. Dass sie einen Müllwagen wohl übersehen hat, kostete eine 77-Jährige im September vergangenen Jahres das Leben. „In diesem Jahr hatten wir zum Glück noch keinen solchen Unfall“, sagt Polizeioberrat Gerhard Kropp. Dennoch will die Polizeibehörde des Rhein-Kreises Neuss mit einem dreieckigen Warn-Aufkleber auf die Gefahr hinweisen, die von Lkw ausgeht.

„Immer wieder passieren schwere Unfälle mit Lkw, weil sich Menschen in deren toten Winkel befinden und die Fahrer keine Chance haben, sie zu sehen. Die Zahl ist nicht hoch, aber die Folgen solcher Unfälle sind immer schwerwiegend — und absolut vermeidbar.“

Um zu demonstrieren, wie das Sichtfeld eines Lkw-Fahrers ist, hat die Polizei einen 17 Meter langen 40-Tonner auf den Parkplatz am Südpark gestellt. Rechts neben ihm: ein Fahrrad und ein Kind, dargestellt durch eine Puppe, beide befinden sich in einem orange markierten, dreieckigen Feld.

„So groß ist der tote Winkel eines Lkw—Fahrers“, erklärt Kropp — und er hat Recht: Vom Fahrersitz aus ist trotz Verrenkungen weder das Zweirad noch die Puppe zu sehen. Lediglich einer von fünf Seitenspiegeln deckt die Fläche ab. „Vier davon sind vorgeschrieben. Trotzdem sieht man nicht alles, es bleibt immer ein toter Winkel“, sagt Christian Pauli von der Lkw-Kontrollgruppe.

Franz-Josef Sturm, Geschäftsführer des Scania-Servicecenters, hat den 40-Tonner für die Demonstration zur Verfügung gestellt. Mit seinen Fahrzeugen ist zwar noch kein schwerer Unfall geschehen. Trotzdem weiß er: „Es ist enorm wichtig, dass die Fahrer beim Abwenden die Spiegel im Auge haben.“

Sturms Lkw ist einer der ersten, die den neuen Aufkleber aufgeklebt bekommen, der bei der Polizei und der Kinder-Unfallhilfe erhältlich ist und bei Lkw-Kontrollen verteilt wird. „Achtung, toter Winkel“, warnt er. Pauli: „Der Aufkleber soll Radfahrer darauf aufmerksam machen, dass sie in einen Gefahrenbereich fahren und den Lkw lieber vorlassen sollten.“