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Auf Schloss Hülchrath zieht bald Ruhe ein

Auf Schloss Hülchrath zieht bald Ruhe ein

Nur noch bis Ende dieses Jahres soll es Veranstaltungen auf dem Areal geben.

Hülchrath. Der Mittelalter-Markt mit Ritterspielen, Minnegesang, Bogenschießen und zünftigem Essen lockt jedes Jahr Tausende zum Schloss Hülchrath mit seiner weithin einzigartigen Kulisse. Auch Kubanische Nacht und Afrika-Markt im Schloss sind Publikumsmagneten für Besucher aus dem gesamten Kreisgebiet. Doch ab 2019 wird es damit wahrscheinlich vorbei sein und deutlich ruhiger werden auf dem weitläufigen Areal.

„Die Verträge mit dem Eigentümer laufen zum Ende des Jahres aus, werden nach jetzigem Stand nicht verlängert. Wir werden wahrscheinlich den Standort Hülchrath verlassen“, erklärt Karsten Hermida, Inhaber der Veranstaltungsagentur Hermida & Stromann, die diese und andere Events ausrichtet.Zu den Gründen für den Wechsel äußert sich Hermida nicht, doch er betont: „Die Agentur bleibt bestehen.“ Veranstaltungen wie der Tanz in den Mai am Montag, Rockmarathahon (10. Mai), Mittelalter-Markt (16./17. Juni), Kubanische Nacht (21. Juli) und Halloween (31. Oktober) stehen für dieses Jahr am beziehungsweise im Schloss Hülchrath auf dem Programm. Für 2019 seien sie dort nicht mehr geplant, sagt Hermida „Wir suchen dafür neue Veranstaltungsflächen. Wir wollen weiter in Grevenbroich aktiv bleiben.“ Der Afrika-Markt mit Kunst vom Nachbarkontinent am 13. Mai zieht bereits in diesem Jahr um. „Wir verlegen ihn in die Zehntscheune in Elsen“, kündigt Hermida an. Nicht die einzige Verwanstaltung, die die Agentur dort anbietet — für den 28. Oktober etwa steht ein Kinder-Halloween auf dem Programm. Die Burgschänke hat dieses Jahr nicht mehr geöffnet. Burgführungen werden aber weiterhin von der Agentur angeboten.

„Die Agentur verlässt das Schloss zum 31. Dezember“, erklärt Sabine Wennmacher, die Frau des Schloss-Eigentümers Theo Wennmacher. Hochzeiten und andere Familien- und Firmenfeiern würden weiterhin im Schloss stattfinden, große Events wie den Mittelalter-Markt dagegen „wird es vorerst nicht geben“, sagt Sabine Wennmacher. Auf dem Areal soll mehr Ruhe einkehren. „Wir haben Mieter im Haus, und wir möchten das Gelände auch der Umwelt zuliebe schonen“, erklärt sie.

„Es ist schade, dass wir den Standort nach rund 15 Jahren wahrscheinlich verlassen. Wir haben Aufbauarbeit geleistet, Schloss Hülchrath als Location bekannt gemacht“, sagt Karsten Hermida, der betont. „Die Hülchrather haben uns unterstützt und bei Veranstaltungen Verständnis gezeigt.“

Die Änderungen werden auch bei der Dorfgemeinschaft Hülchrath verfolgt. „Wenn die Veranstaltungen hier nicht mehr laufen, wird das Dorf ruhiger werden“, sagt stellvertretender Vorsitzender Paul Steins. „Mancher wird das gut finden, aber die Events haben den Ort belebt.“