Auf Quirinus’ Spuren

Bei einem Spaziergang werden auch die weniger offensichtlichen Bezüge gezeigt.

Neuss. Seine Fans hat er längst nicht nur bei gläubigen Katholiken: Sankt Quirin stößt in der Neusser Bevölkerung, unabhängig von der Religionszugehörigkeit, auf breite Zustimmung und Sympathie. Das zeigte sich beim Quirinusfest im Jahr 2000, als evangelische Christen den Neusser Stadtpatron ebenso begeistert feierten wie die katholischen Glaubensschwestern und -brüder. Das bewies auch der Besucherstrom, als der heilige Marschall im Herbst 2005 vorübergehend für Restaurierungsarbeiten seinen Platz auf der Münsterkuppel verließ und zum begehrten Fotomodell wurde. Und: Im öffentlichen Leben ist der Stadt- und Pfarrpatron so präsent wie andernorts vielleicht noch Kilian in Würzburg.

Bei einem keinesfalls frömmelnden „Pilger“-Spaziergang macht sich nun Ludger Baten, Baas der 1983 gegründeten Gesellschaft St. Quirinus‘ Schötzejeselle, am Samstag, 4. August, auf die Spuren des Heiligen im Alltag und im Stadtbild. Die etwa fünf Kilometer lange Wegstrecke führt zu Plätzen, wo solche Quirinus-Bezüge zu entdecken sind: etwa am Quirinus-Gymnasium oder in der Neustraße, am Marianum an der Preußenstraße oder an der Dreikönigenkirche, nicht zuletzt natürlich in der und um die Münsterkirche. Dort werden die Gebeine des Märtyrers aufbewahrt, seit Äbtissin Gepa sie der Legende nach im Jahre 1050 von Rom nach Neuss brachte. Der neue Reliquienschrein steht am Altar der Quirinus-Kirche und wird alljährlich zum Quirinus-Fest in einer feierlichen Prozession über Münsterplatz und Freithof getragen.

Einen eher weltlichen Abschluss findet diese „Neusser Mosaike“-Tour mit einem Besuch im Atelier von Rolf Geissler an der Büttger Straße, der sich als Künstler dem heiligen Quirinus auch frech und humorvoll genähert hat. Mit Regina Bender, die sich in ihren Bildern und Zeichnungen ebenfalls mit St. Quirin beschäftigt, wird Geissler von seiner Arbeit berichten. Red