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Auf Patrouille: Stadt-Streife verstärkt Polizei

Auf Patrouille: Stadt-Streife verstärkt Polizei

Mitarbeiter des Ordnungsdienstes sorgen seit Anfang der Woche für mehr Sicherheit im Park und Bahnhofsumfeld.

Grevenbroich. Die neue Stadt-Streife ist seit dem Wochenanfang im Einsatz. Und bislang gab es keine besonderen Vorkommnisse, bilanziert Bürgermeister Klaus Krützen die ersten Tage. Das könnte sich am Wochenende ändern: Dann wird der Ordnungs- und Sicherheitsdienst bis in die Nacht hinein im Stadtpark auf Kontrollgang sein. „Gerade aus diesem Bereich haben wir häufig Beschwerden über Lärm“, sagt Krützen. Solche Klagen sollen möglichst bald der Vergangenheit angehören.

Der Verwaltungschef nimmt die Sorgen von Bürgern ernst, die sich im Stadtpark sowie rund um den Bahnhof nicht mehr sicher fühlen und Angst vor Drogen- und Alkoholsüchtigen haben. Seit Anfang Juli zeigen die Mitarbeiter des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD) daher verstärkt Präsenz zwischen Fußgängerzone und Von-Goldammer-Straße, um für Ordnung zu sorgen. Sie sind auch dann auf Streife, wenn ihre Kollegen das Rathaus längst verlassen haben — oder andere das Wochenende genießen.

Gestartet ist die Aktion mit den Bediensteten des Ordnungs- und Sicherheitsdienstes, die demnächst Verstärkung durch Security-Leute erhalten sollen. „Im Endeffekt teilen sich acht Personen den Dienst“, schildert Klaus Krützen. Zurzeit sind zwei weitere OSD-Kräfte in der Ausbildung, die sie im kommenden Jahr abschließen werden. Darüber hinaus sollen ab 2019 drei zusätzliche Kräfte für die Sicherheitsarbeit fit gemacht werden. „Auf Sicht werden wir acht eigene Mitarbeiter auf der Straße haben“, berichtet der Bürgermeister.

Es sind aber nicht die bösen Jungs, die jetzt auf Streife gehen. „Ganz im Gegenteil“, sagt Ordnungsamts-Chef Sebastian Johnen: „Wir setzen auf Deeskalation und Kommunikation, darauf wurden unsere Leute speziell geschult“. Zwar seien die Mitarbeiter auch mit Teleskop-Stöcken und Pfefferspray unterwegs — „doch das ist für den eigenen Schutz gedacht“, betont Johnen. Also für den Fall, dass es mal hart auf hart kommen und die Mitarbeiter in Gefahr geraten sollten. Größtenteils ist die Streife mit eigens angeschafften Dienstfahrrädern auf Achse, damit sie möglichst oft an unterschiedlichsten Stellen wahrgenommen werden kann.

Mit rund 140 000 Euro beziffert der Bürgermeister die Kosten für den komplett ausgebauten Ordnungs- und Sicherheitsdienst. „Ich glaube, dass das gut investiertes Geld ist“, sagt Krützen. Diese Ausgaben halte er auch in Konsolidierungszeiten für wichtig.

Die neue Stadtstreife schreitet ein, wenn es zu Ruhestörungen und Belästigungen kommt, sie kontrolliert Grünzonen, in denen Drogen konsumiert werden, und sie schreitet im Bahnhofsviertel auch bei Parkverstößen und „unerlaubten Sondernutzungen“ ein — dazu zählen etwa Bierzeltgarnituren vor Kiosken oder Stehtische vor Cafés.

„Ich gehe davon aus, dass sich durch die verstärkte Präsenz des OSD das Sicherheitsgefühl bei den Bürgern wieder einstellen wird“, sagt der Beigeordnete Florian Herpel. Die von den Mitarbeitern gemachten Erfahrungen sollen künftig regelmäßig ausgewertet werden, ergänzt Krützen. „Das Ganze ist ein lebendiger Prozess. Wir werden künftig sicher auch neue Schwerpunkte bilden, um kurzfristig auf Probleme zu reagieren.“