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Allerheiligen: Kübel werden entfernt

Allerheiligen: Kübel werden entfernt

Rat stimmt mehrheitlich für den Abbau. Anlieger befürchten mehr Verkehr.

Neuss. Kontrovers und über Jahre wurde das Thema diskutiert: Nun werden die Blumenkübel auf der Horremer Straße zwischen dem Kreisverkehr im Süden und der Straße An der Sporthalle in Allerheiligen entfernt. So hat es der Stadtrat jetzt mit großer Mehrheit von CDU, SPD und FDP beschlossen. Acht Politiker votierten gegen die Empfehlung des Bezirksausschusses Rosellen, zwei enthielten sich.

Die Betonpflanzringe sollen das Tempo auf der Horremer Straße drosseln. Während die Befürworter klagen, ohne Kübel könne man Rasern kaum beikommen, sind sie anderen ein Dorn im Auge. Autofahrer müssten sich durch einen nervigen Parcours schlängeln.

Auch der Bezirksausschuss hatte sich für weniger Hindernisse ausgesprochen, um den Verkehr flüssiger zu gestalten. Man wolle zudem den Bewohnern des Baugebiets A die Zufahrt zum Einkaufszentrum Allerheiligen erleichtern.

Bürgermeister Herbert Napp hatte sich zuvor im Stadtrat und bei einem Informationsgespräch in Allerheiligen dafür eingesetzt, dass die Pflanzenkübel stehen bleiben.

Der Stadtchef und zahlreiche Anlieger waren sich beim Ortstermin einig, dass Raser ohne Kübel nicht mehr ausgebremst würden und die Voraussetzung für Tempo 30 dann dort nicht mehr gegeben sei.

„Dass einige Autofahrer genervt sind, ist kein Grund, die Poller abzubauen“, meinte Napp. Lkw-Fahrer würden zudem eher wieder die Horremer- als die Umgehungsstraße nutzen, so seine Befürchtung. Möglicherweise drohe auch eine Rückzahlung der Zuschüsse für die Umgehungsstraße.

Trotz dieser Argumente, den Punkt im „Sinne des Friedens in Allerheiligen“ zu vertagen und Ergebnisse eines Runden Tisches abzuwarten, scheiterte der Bürgermeister in der Abstimmung.

Die Verkehrsberuhigung der Horremer Straße hat eine lange Vorgeschichte. Bereits 1983 wurden verschiedene Lösungen diskutiert, unter anderem auch eine komplette Sperrung der Straße für den motorisierten Verkehr. 2004 beschloss der Rat dann die Kompromisslösung und veranlasste die Aufstellung der Betonringe.