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ADFC lehnt Pläne für eine Straßenbrücke über den Rhein ab

Mobilität in Neuss : Fahrradclub lehnt Pläne für eine neue Rheinbrücke ab

Eine Straßenbrücke wäre ein falsches Signal, sagt der Club. Auch Breuer sieht die CDU-Pläne kritisch.

(ki-/-nau) Eine zusätzliche Rheinquerung für Radfahrer unterstützt der ADFC, eine vollwertige Brücke, von der Jan-Philipp Büchler (CDU) spricht, lehnt der Fahrradclub aber entschieden ab. Eine Straßenbrücke würde nur den Pendlerverkehr mit dem eigenen Auto fördern, heißt es in einer Stellungnahme zu einem CDU-Antrag, der am Freitag (23.) den Stadtrat beschäftigt. Das wäre ein falsches Signal. Eine Verkehrswende erreiche man so nicht.

Mit Blick auf 15 000 Neusser, die Tag für Tag zur Arbeit nach Düsseldorf fahren, hat die CDU die schon vor drei Jahren ins Spiel gebrachte Idee einer weiteren Brücke neu belebt, die parallel zur Hammer Eisenbahnbrücke gebaut werden soll. Eine Brücke speziell für Radfahrer, wie es in dem Antrag heißt, die aber auch dem Ziel dient, „den Transport von Waren und Personen weiter zu verbessern.“ Deshalb spricht Büchler von vollwertiger Brücke. Unterstützung dazu kommt von der Düsseldorfer CDU. „Wir sollten die Chance nutzen, darüber nachzudenken“, wird der Verkehrsexperte Christian Rütz zitiert. Allerdings werde erst in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eine Vekehruntersuchung vorliegen. Die hat auch die CDU Neuss gefordert, um die Perspektiven gegenseitiger Verkehrsbeziehungen zu evaluieren. Mit Zurückhaltung reagiert wiederum Bürgermeister Reiner Breuer (SPD) auf den CDU-Vorschlag. „Das Thema ist ja nicht neu“, sagt er, sondern werde schon seit Jahren mit den Düsseldorfern und der IHKK diskutiert. Breuer sieht die Idee des neuen Brückenschlags über den Rhein im Zusammenhang mit dem Projekt „Erftsprung“, den Plänen für eine weitere Eisenbahnbrücke über den Erftkanal und drei Straßenbrücken im Neusser Hafen, um den Güterumschlag dort noch ausweiten und beschleunigen zu können. Vor dem Bau einer neuen Rheinbrücke für den Autoverkehr gelte es genau zu prüfen, welcher Effekt damit zu erzielen sei. „Denn die Kosten liegen im dreistelligen Millionenbereich“, sagt Breuer. Fraglich sei zudem, ob bis auf Weiteres nicht ohnehin der Erhalt der bestehenden Rheinbrücken im Vordergrund stehen werde. ADFC-Sprecher Heribert Adamsky teilt Breuers Sicht, mit dem Erftsprung auch den Bau eines Radweges zu verbinden, gibt ansonsten dem Bau des Radschnellweges höchste Priorität. Tatsächlich würden Fahrten zwischen Neusser und  Düsseldorfer Innenstadt um einen Kilometer kürzer, sagt er mit Blick auf die neue Rheinquerung,  dafür brauche man keine Straßenbrücke. Man könnte, vollendet Breuer den gleichen Gedanken, „die bestehende Eisenbahnbrücke über den Rhein optimieren und um einen Radweg ergänzen.“