A 57: Experten suchen Fliegerbomben

A 57: Experten suchen Fliegerbomben

Dormagen. Ende nächster Woche soll Klarheit herrschen, um was es sich in zehn Metern Tiefe handelt: vielleicht um Schrott, der beim Bau der Autobahn 57 dort „vergessen“ wurde, oder doch um eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg.

Die Spezialisten der Münsteraner Firma Tauber werden ihre Baustelle danach nur um wenige Meter verlagern, denn auf der anderen Seite der A 57-Brücke — in Richtung Köln — befindet sich ebenfalls genau zwischen den beiden Fahrbahnen der zweite „Verdachtsfall“, wie es Norbert Cleve, Sprecher von Straßen-NRW, formuliert. Bestätigt sich hier oder dort ein Bombenfund, muss die A 57 als wichtigste Verkehrsader zwischen Krefeld und Köln für die Entschärfung für mehrere Stunden gesperrt werden.

Foto: Anja Tinter

Peter Mallmann, Pressmeister der Spezialfirma

Foto: Anja Tinter

Der Dauerregen gestern konnte der kleinen Truppe nichts anhaben. Von wetterfester Kleidung geschützt und mit großer Ruhe stehen die Männer vor der Ramme, die mit großer Kraft zwölf Meter lange Spundwände in den Boden treibt. Das Erdloch ist mit einem Maß von 9,60 mal 4,80 Metern eigentlich recht klein dimensioniert. Weil es aber zehn Meter in die Tiefe geht und dort unten etwas Unbekanntes, Metallisches lauert, von dem heute noch niemand weiß, was es ist, sind „Genauigkeit und Ruhe“ gefordert, wie Peter Mallmann, Pressmeister der Firma Tauber, betont. Der Bochumer, Fan von Borussia Dortmund („Wir werden Meister!“), ist ein erfahrener Mann, hat auf diese Art und Weise schon zigfach nach Bomben gesucht. Tauber wirbt damit, spezialisiert auf die Beseitigung von Munition und Bombenblindgängern aus den Weltkriegen zu sein.

Ein Spezialkran der Düsseldorfer Firma Prangl, der seinen Arm auf 72 Meter Höhe ausfahren kann, hievt die zwölf Tonnen schweren Metall-Wände an ihren Platz. Dort werden sie mit einem Gewicht von bis zu 130 Tonnen ganz vorsichtig ins Erdreich gedrückt. Peter Mallmann steuert den Vorgang mittels eines transportablen Boards. Angst, aus Versehen auf eine Bombe zu stoßen, hat er keine: „Es wurden vorher Probebohrungen und Sensoren-Untersuchungen gemacht. Wir wissen genau, an welcher Stelle etwas liegt.“ Bis zu 40 Minuten dauert es, ehe eine einzige Spundwand gesetzt ist. Mallmann: „In der Tiefe stoßen wir auf ein hartes Gemisch aus Kies und Mergel. Da benötigen wir den höchsten Druck, damit es voran geht“, sagt der Pressmeister. Dieser Vorgang wird insgesamt 48 Mal wiederholt. Dann ist der Grubenbereich abgesteckt, aus dem Anfang der nächsten Woche ein Bagger die Erde löffelt. Die Baugrube kann dann genauer untersucht werden,

Sollte sich der schlimmste Fall, ein Bombenfund, bewahrheiten, sind die Entschärfungsexperten der Bezirksregierung gefordert. Insgesamt fünf Wochen soll die gesamte Suchaktion dauern. Am Zeitplan des Brücken-Neubaus mit Fertigstellung Ende 2017 ändert sich laut Straßen-NRW nichts.