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16 000 Zuschauer verfolgen den Jubiläumslauf

16 000 Zuschauer verfolgen den Jubiläumslauf

Bei der 30. Auflage des Korschenbroicher Citylaufes war am Streckenrand jede Menge los.

Korschenbroich. Am Start stehen sie dicht nebeneinander, holen auf der kurzen Strecke auf ihren Kunststoffboliden bis zur Ziellinie mit vollem Einsatz und hohem Tempo alles aus sich heraus, schauen nach links und rechts zur Konkurrenz und liefern den Zuschauern am Straßenrand ein enges Rennen. Die kleinen Bobby-Car-Fahrer eröffnen mit ihrem Rennen den Internationalen Korschenbroicher Citylauf. Noch schneller als die Kleinen auf den vier Rollen kommt Edda Reimann aus den Startlöchern. Die Zehnjährige aus Glehn ist beim Familienlauf die Schnellste und damit die erste Siegerin der 30. Auflage der Traditionsveranstaltung im Rhein-Neuss-Kreis. Dass sie nur rund fünf Minuten für die 1,1 Kilometer lange Distanz benötigt, kann sie im Ziel kaum glauben. „Ich habe vorher gar nicht trainiert, mir kam es wie 20 Minuten vor“, sagt Edda, während sie auf ihre Mutter und ihren fünfjährigen Bruder Wilko wartet.

Mit 1666 Startern verzeichnete der Familienlauf einen neuen Melderekord und während Edda vielleicht am Anfang einer Laufkarriere steht, ist Jan Fitschen ein alter Bekannter in der Leichtathletikszene. Der ehemalige Europameister und 14-fache Deutsche Meister kommt nicht nur als Teilnehmer für den langsameren Volkslauf nach Korschenbroich, sondern greift auch als Experte zum Mikrofon und kommentiert neben Volker Koch und Klaus Gaspers sowohl den City-Run als auch die Elite-Läufe. „Es juckt schon ein bisschen in den Beinen, aber sowohl die Frauen als auch die Männer würden mich stehenlassen. Es ist ein bisschen schade, dass man nicht mehr so schnell wie früher ist, aber auf die Nervosität vor den Rennen kann ich gut verzichten — auf das schnelle Laufen nicht, weil das verdammt Spaß macht“, sagt der 40-Jährige.

Warum der Citylauf in den vergangenen 30 Jahren zu einer Korschenbroicher Erfolgsgeschichte geworden ist, erklärt Karsten Kruck vom ASV Duisburg. „Der eckige Kurs ist für uns Läufer nicht einfach, aber dem Veranstalter gelingt es von Jahr zu Jahr, dass der Mix aus Hobby- und Spitzensportlern stimmt. Und die Stimmung am Streckrand ist natürlich super“, sagt der Sieger des City-Runs über fünf Kilometer. Matthias Rück von der TG Neuss, Gewinner über zehn Kilometer, stimmt Kruck zu: „Der kurze Kurs hat den Nachteil, dass es viele Überrundungen auf der Strecke gibt. Der Vorteil ist aber, dass überall Zuschauer stehen und einen anfeuern. So läuft man an keiner Stelle ein einsames Rennen.“

Es sind Worte, die Hans-Peter Walther gefallen dürften. Der Organisationschef weiß, wie viel Arbeit in der Veranstaltung steckt. Dass dann die Sonne scheint, über den Tag verteilt über 16 000 Zuschauer an der Strecke stehen, insgesamt 3872 Läufer das Ziel erreichen, lässt ihn zufrieden dreinschauen. „Ich weiß nicht, was man bei einer großen Veranstaltung in einer so kleinen Stadt besser machen könnte. Auch wenn die Sonnenstrahlen nicht bis zum letzten Rennen geblieben sind, sind zumindest die Menschen bis zum Schluss da. Das spricht für den Citylauf.“

Die Schnellsten auf der Strecke sind in den Elite-Rennen Richard Ringer (VfB LC Friedrichshafen) und Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt). Der deutsche Doppelsieg — rund 20 Nationen waren insgesamt am Start — krönen die 30. Auflage des Korschenbroicher Citylaufes.