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100 Jahre VHS Neuss: Die Weiterbildung wird digital

VHS Neuss wird im Jubiläumsjahr digital : VHS bietet virtuelles Lernen an

Mit Beginn des Semesters erleichtert die VHS den Zugang zu ihren Bildungsangeboten.

Die Volkshochschule feiert am 26. September ihr 100-jähriges Bestehen. Dabei kann man sie auch in einem virtuellen 3D-Raum besuchen und mit einer „Virtual Realitiy-Brille“ auf der Nase durch ihre Geschichte streifen. Denn die größte Weiterbildungseinrichtung der Stadt mag alt und ehrwürdig sein – aber sie ist voll im digitalen Zeitalter angekommen.

Das zeigt sich im Jubiläumsjahr nicht nur an diesem vom Land unterstützten Projekt, bei dem Jugendliche am Computer virtuelle Räume programmiert haben – und die „Wanderer“ zuerst in einen Computerraum der 1980er Jahre entführen. Wenn am 30. Juli das neue Programmheft für das zweite Semester erscheint, sind Angebote darunter, bei denen die VHS mit neuen Unterrichtsformen experimentiert. Das Lernen, so lernt man, löst sich mehr und mehr vom „Klassenzimmer“.

Einer dieser Kurse, die sogar ganz ohne Präsenz in ummauerten Räumen auskommt, ist Ursel Hebbens Schreibwerkstatt. Die Teilnehmer registrieren sich nach der Anmeldung in einer Cloud und nutzen diese Plattform im Internet dann als Kommunikationsmedium – untereinander und mit der Dozentin. Eigene Texte werden hochgeladen und dann in der Cloud mit allen diskutiert. „Ein Versuch“, heißt es intern.

Mit der Cloud-Funktion ist die VHS Neuss Teil eines Netzwerkes, dem sich bundesweit rund 1000 Volkshochschulen schon angeschlossen haben. Dieses ist nicht-kommerziell und damit werbefrei – und vor allem unter Datenschutzgesichtspunkten völlig sicher. Lehrkräfte können sich über dieses Netz bundesweit austauschen und Anregungen für eigene Inhalte sammeln.

Das Thema digitales Lernen
ist längst nicht ausgereizt

Intern können sie für ihren eigenen Kurs ein virtuelles Klassenzimmer einrichten, zu dem nur Zutritt erhält, wer sich angemeldet hat. Dort können alle außerhalb des Unterrichtes untereinander chatten, an einer Pinnwand Nachrichten hinterlassen und sich im „Forum“ in großer Runde austauschen. Um das System nicht zu überfrachten, wurde mit einigen wenigen Anwendungen gestartet. Von Anfang an dabei ist aber – neben einem „Übersetzer – die „Dateiablage“. Dort hinterlegt der Dozent Pläne, Skripten aber – etwa zur Vorbereitung auf einen Schulabschluss – auch den ganzen Klausurstoff sowie Lerntests. Das Fotokopieren entfällt, der Lernende wird autonomer – und kann sich bei seinen „Hausaufgaben“ auch Hilfe von anderen Kursteilnehmern holen.

Das Thema digitales Lernen ist aber längst nicht ausgereizt. So sind Modelle für berufliche Qualifikationsangebote im Aufbau, bei denen sich Teilnehmer im Seminarraum ins Internet einloggen und dort an einer virtuellen Vorlesung teilnehmen. Dafür aber, so heißt es intern, wird ein Glasfaseranschluss benötigt. Der Anschluss des Romaneums an dieses schnelle Netz zur Datenübermittlung soll bis zum Jahresende geschafft sein. Dann wird es im gesamten Studienzentrum an der Brückstraße auch freies W-Lan geben. Und ganz neue Möglichkeiten.

Einen Vorgeschmack darauf kann schon erleben, wer einmal im Monat an dem von Claire Straaten moderierten „digitalen Stammtisch“ Platz nimmt. Während die Besucher im Haus an der Brückstraße Kekse knabbern, klären sie externe Dozenten über Themen wie Online-Apotheke, Online-Banking oder Messengerdienste auf. „Zugeschaltet“ werden sie für diese so genannten Webinare über Touchscreens, die schon in zwölf Unterrichtsräumen die Tafeln ersetzt haben. 100 Jahre nach ihrer Gründung lässt die Volkshochschule das Kreidezeitalter hinter sich.