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„Natürlich Niederrhein“ als Marke etablieren

„Natürlich Niederrhein“ als Marke etablieren

Netzwerk-Initiative Agrobusiness wird in Verein umgewandelt.

Rhein-Kreis Neuss. Das Frühjahr bringt den Gärtnereien das Geschäft des Jahres. Die Vorbereitungen im Gartenbaubetrieb von Christoph Schönges laufen entsprechend auf Hochtouren. In seinen Treibhäusern in Schlich werden unbewurzelte Stecklinge aus Kenia oder Uganda angeliefert. Die Pflanzen werden bewurzelt und vier Wochen später an Gartencenter in Großbritannien, Polen und Deutschland ausgeliefert. Topfpflanzen sind das zweite Standbein des Unternehmers, der weiter expandieren und 2013 ein neues 7000 Quadratmeter großes Gewächshaus mit Doppelfolie in Schlich errichten will.

Dass die Topfpflanzen von Christoph Schönges am Niederrhein aufgezogen werden, ist in Zukunft auch für den Verbraucher sichtbar: Pflanzen können den Aufdruck „Natürlich Niederrhein — hier wächst was“ tragen, wenn sie überwiegend in der Region heranwachsen. Vor zwei Jahren wurde das Patent fürs Label angemeldet, jetzt darf es zur Produktkennzeichnung verwendet werden und soll die regionale Herkunft garantieren.

Die Etablierung der Regionalmarke „Natürlich Niederrhein“ ist eines der Schwerpunktthemen, die sich der Verein Agrobusiness Niederrhein für 2012 auf die Fahnen geschrieben hat. Der Verein ist aus der Netzwerk-Initiative Agrobusiness hervorgegangen, die im November 2007 gegründet wurde. Da mit Ablauf des Jahres 2011 Fördergelder vom Land wegfielen, wurde die Initiative im Dezember in einen Verein umgewandelt.

Die NRW-Förderung in Höhe von 750 000 Euro diente als Anschubfinanzierung für das regionale Cluster. In den vergangenen drei Jahren habe das Netzwerk mit vielen innovativen Ideen im Gartenbau und in der Landwirtschaft einiges auf die Beine stellen können, sagte am Donnerstag der neue Vereinsvorsitzende, Christian Wagner.

Zahlreiche Projekte wurden initiiert, 25 Netzwerkveranstaltungen durchgeführt und Fachforen ins Leben gerufen. Zudem präsentierte sich der Verbund auf 15 Messen. „Unser Budget ist jetzt kleiner, aber das Engagement noch größer“, sagte Wagner zuversichtlich. Positiv: Das Land habe in Aussicht gestellt, dass kleinere Projekte auch in Zukunft finanziell gefördert werden.

„Unser Ziel bis 2020 ist es, Agrobusiness zur regionalen Leitbranche zu entwickeln, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmer zu stärken und auch die euregionale Zusammenarbeit weiter auszubauen“, erklärte Wagner. Dazu gehöre auch, sich über die deutsch-niederländische Grenze hinaus mit dem Gartenbaugebiet Greenport Venlo zu vernetzen. Wie wichtig der Austausch in der Branche ist, weiß auch Christoph Schönges — „etwa wenn es um Düngestrategien, Lizenzverträge oder Energiekosten geht“. Der Gartenbauer ist einer von rund zehn Vereinsmitgliedern aus dem Rhein-Kreis Neuss.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Agrobusiness: „Neuss ist durch die Landwirtschaft erst das geworden, was es heute ist“, sagte er mit Blick auf die Ölmühlen.