Corona-Krise in Meerbusch Ballettschulen öffnen wieder

Meerbusch. · Erleichterung in den beiden Meerbuscher Ballettschulen: Als zertifizierte Aus- und Weiterbildungseinrichtungen dürfen sie trotz Lockdown wieder öffnen. Auch, weil die Inhaberinnen bei den Behörden nicht locker ließen

 Greetje Groenendijk (l.) und Gemma Brenninkmeijer freuen sich, dass sie wieder öffnen dürfen.

Greetje Groenendijk (l.) und Gemma Brenninkmeijer freuen sich, dass sie wieder öffnen dürfen.

Foto: Bretz, Andreas (abr)

Drei Wochen des Bangens haben nun ein gutes Ende genommen. Greetje Gronendijk und Gemma Brenninkmeijer halten endlich das ersehnte Dokument in den Händen, um das sie stark und ausdauernd kämpfen mussten. Sie dürfen ihre Ballettschulen in Osterath und Büderich wieder öffnen und die Kurse für ihre Schüler aufnehmen.

„Vor dem Teil-Lockdown am 2. November musste ich mich von allen meinen Leuten verabschieden, das war so traurig“, berichtet Greetje Groenendijk. „Wir wussten ja nicht, wie lange das dauern würde.“ Eine kurze Hoffnung keimte auf, als sie eine Woche später erfuhr, dass private Musikschulen wieder aufmachen durften. Sie und ihr früherer Mann Adri betreiben die Ballettschule Gronenedyk gemeinsam, und sofort stellten sie einen Antrag auf Wiedereröffnung. Berechtigt, wie sie glaubten.

„Der Knackpunkt war, dass wir genau wie die Musikschulen als aus- und weiterbildende Schule zertifiziert sind“, erklärt Greetje Groenendijk. „Da machen zwei das Gleiche und werden ungleich behandelt.“ Gemma Brenninkmeijer hatte eine solche Konstellation täglich vor Augen. Unter dem Dach ihres Studios befindet sich eine Musikschule, deren Schüler schnell wieder aus- und eingingen.

Und dann mussten die Tanzpädagoginnen auch noch frustriert zur Kenntnis nehmen, dass in benachbarten Städten die Schließung für Ballettschulen wie die ihren nur eine Woche später wieder aufgehoben wurde. Auch in Düsseldorf soll das der Fall gewesen sein. „Es kann doch nicht sein, dass in einem Bundesland und in nur wenigen Kilometern Entfernung derartige Unterschiede gelten“, sagt Gemma. „Zumal die Corona-Zahlen anderswo nachweislich höher waren als in Meerbusch.“

Die Kolleginnen ließen nicht locker, machten Eingabe um Eingabe, wurden von Behörde zu Behörde geschickt. „Das erwies sich als mühselig“, bestätigt Greetje Groenendijk, „aber schließlich hat es sich doch noch gelohnt. Ich war gerade mit meinem Fahrrad auf dem Weg zu Gemma, fühlte mich elend und niedergeschlagen. Als ich bei ihr ankam, war die erlösende Nachricht Minuten vorher eingetroffen.“

Ihre Erleichterung spürt man den beiden Frauen deutlich an. Die vergangenen Wochen haben Spuren hinterlassen. „Kämpfen kann ich“, sagt Gemma ­Brenninkmeijer.

Wegen ihrer drei Adoptivkinder war sie einige Jahre lang beruflich kürzer getreten und hatte ihr Studio verpachtet. Seit den Sommerferien leitet sie wieder Gemma‘s Ballett an der Dorfstraße in Büderich. Unterstützt von ihrem Team, darunter die umsichtige Tam Luu, zuständig für Organisation und Marketing.

Beide Schulen haben im Lockdown digitale Kurse angeboten. Die seien zunächst auch gut angenommen worden. „Aber irgendwann verlieren die Kinder und selbst die Erwachsenen die Lust daran“, stellten die Pädagoginnen fest. „Ganz zu schweigen von den finanziellen Verlusten, die wir zu tragen haben.“

Greetje Groenendijk und Gemma Brenninkmeijer haben alles daran gesetzt, ihre Studios so hygienisch wie möglich auszurüsten und die erforderlichen Abstandsregeln penibel einzuhalten. Böden und Ballettstangen sind abgeklebt und in „Sperrzonen“ aufgeteilt, damit sich niemand zu nahe kommt. Und vorerst werden sogar weniger Schüler zugelassen als ­erlaubt.

Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, schaltete Gemma‘s Ballett eine Rechtsanwältin ein, die sich beim Grundbuchamt in Meerbusch die Freigabe durch die Bezirksregierung bestätigen ließ. Noch in dieser Woche werden beide Ballettschulen ihren Betrieb wieder aufnehmen.

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