Zauberhaftes Treiben im Zelt

Zauberhaftes Treiben im Zelt

Elfen und Drachen trafen sich bei der Galasitzung der KG Kött on Kleen in Nierst.

Nierst. Bombenstimmung herrscht seit Tagen bei den Nierster Karnevalsjecken. Mit der Gala-Sitzung von Kött on Kleen am Samstag fiel der Startschuss zu einer karnevalistischen Woche, die Elfen, Geister, Zwerge und Drachen aus dem Zauberwald beherrschen. So präsentierte sich schon der Elferrat um Sitzungspräsident Klaus Pricken vor dem phantasievollen Bühnenbild zum Motto „Drachen, Feen, Elfenwelt — et wöd jedanzt em Neeschter Zelt“.

Phantastisch ist auch die treffende Bewertung für die umjubelten Tanzeinlagen des Abends. Während die Tanzgarde, die derzeit aus acht- bis 14-jährigen jungen Damen besteht, mit modernen Rhythmen begeisterte, sorgte die Große Tanzgarde der GKG Krefeld von 1878 für das klassische Programm mit wirbelnden Röckchen und atemberaubenden Hebefiguren. Den Vogel schoss allerdings Prinz Christian Bongartz mit seinen Ministern ab.Topaktuell hatten die Neeschter Würdenträger sich den Gangnam-Style angeeignet und auf der Bühne für Stimmung gesorgt. Die Jecken standen auf Tischen und Stühlen, als die Zugabe eingefordert wurde. Als besonders cooler Kinderprinz zog auch Lukas II. mit seiner Pilotensonnenbrille zum Ornat an der Seite von Prinzessin Antonia immer wieder die Blicke des Publikums auf sich und sorgte für wohlwollende Lacher.

Natürlich durften auch Büttenreden nicht fehlen. Neben dem Kölschen Köbes und den Pittermännchen waren auch die Rheinjecken aus der Freien Herrlichkeit echte Stimmungskanonen. Andy Bongartz und Carsten Classen berichteten wieder Skurriles aus der Freien Herrlichkeit. So lüfteten die Jecken schließlich auch das Geheimnis um den St.-Martins-Darsteller. Nach einer feuchtfröhlichen Feier im benachbarten Langst-Kierst, so geht das Gerücht, habe der spätere Darsteller kein Geld mehr fürs Taxi gehabt, die Strecke aber auch nicht laufen wollen. So sollte flux ein „ausgeliehenes“ Reittier aus dem benachbarten Stall den Transport bewerkstelligen, als aus dem Dunkel eine Stimme ertönte: „Ich habe nichts gesehen, aber du machst für ewige Zeiten den St. Martin!“ So schnell kommt man am Rhein zu Amt und Würden.

Zum Abschluss intonierten die Rheinjecken ihr Lied „Neeschter“ und — in Gedenken an das kürzlich verstorbene Karnevals-Urgestein Adolf „de Man“ Rütten — die „Neeschter Kerk“, in die das Zeltpublikum stimmgewaltig einstimmte.

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