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Wahlkampf: Otto Fricke (FDP) absolviert Praktikum in Baumschule

Wahlkampf: Otto Fricke (FDP) absolviert Praktikum in Baumschule

Otto Fricke (FDP) absolviert Praktikum in der Baumschule Schubert. „Ich spüre Muskeln, die ich nicht kannte“

Meerbusch. Otto Fricke hat Freitag dazugelernt: „Ich habe die Gartenschere bisher immer falsch gehalten. Außerdem habe ich erfahren, wie sehr die steigenden Energiekosten auch eine Baumschule belasten können. Der Diesel für die Fahrzeuge, die Bewässerung der Felder — das kostet.“

Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Meerbuscher Wahlkreiskandidat absolvierte ein knapp dreistündiges Praktikum bei der Baumschule Schubert in Strümp. „Ich mache das aus Neugier, aber natürlich auch, damit ich die verschiedenen Handwerke besser verstehe“, sagt der 47-Jährige, während ihm Chef Thomas Schubert genau zeigt, wo er bei der Beschneidung der jungen Bäume mit der Schere ansetzen muss.

Fricke habe solche Termine schon an einer Tankstelle, im Garten- und Landschaftsbau oder in kaufmännischen Unternehmen wahrgenommen. „Gerade hier unter freiem Himmel ein paar Stunden zu arbeiten, ist bei schönem Wetter natürlich ganz nett. Das aber acht Stunden lang und womöglich im Winter bei Minustemperaturen zu machen, ist etwas ganz anderes“, weiß der Liberale seine Tätigkeit einzuordnen.

Erstaunlich viel Vorwissen habe der Praktikant mitgebracht, zeigte sich Thomas Schubert überrascht. Zwischen Linde, Buche oder Kirsche unterscheiden zu können, sei heutzutage längst keine Selbstverständlichkeit mehr. „Deshalb laden wir auch regelmäßig Gruppen aus Kindergärten oder Schulen zu uns ein“, erzählt der Baumschulmeister.

Sieben verschiedene Ausbildungsberufe biete die Baumschulwirtschaft, erzählt Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des Bundes deutscher Baumschulen: „Das reicht von Florist über Garten- und Landschaftsbau bis zu Friedhöfen.“ Auch Schubert bildet pro Lehrjahr drei bis vier Auszubildende aus, meist aus Haupt- oder Realschule, aber auch Gymnasiasten seien darunter, die im Anschluss studieren wollten.

„Wir konnten die Ausbildungsplätze in der Vergangenheit eigentlich auch immer besetzen und sind bestrebt, unseren eigenen Nachwuchs heranzuziehen“, sagt Schubert. Denn: Die Chance auf Übernahme liege bei annähernd 100 Prozent, „fast alle unsere 50 Beschäftigen in den insgesamt drei Betrieben haben bei uns gelernt. Sogar unsere Lkw-Fahrer sind in der Regel ausgebildete Gärtner“, so der Unternehmer.

Das überraschte auch Otto Fricke, der nach drei Stunden Handarbeit deutlich merkte, was er getan hatte: „Ich spüre Muskeln, von den ich gar nicht wusste, dass ich sie besitze.“