1. NRW
  2. Rhein-Kreis Neuss
  3. Meerbusch

Viele Lacher trotz Pech und Unglück

Viele Lacher trotz Pech und Unglück

Die Premiere von „Dör an Dör möt Döres“ begeistert die Zuschauer.

Lank-Latum. Bei so viel Unglück, Pech und Missgeschicken sollte es eigentlich nichts zu lachen geben. Doch bei der Premiere des Stücks „Dör an Dör möt Döres“ des Lotumer Buretheaters im Wasserturm bleibt beim Publikum kaum ein Auge trocken. Dank seiner durchgängigen Situationskomik begeistert der Dreiakter von Frank Grupe — von Karl Schmalbach in eine rheinische Version übertragen —, die Zuschauer.

Die Handlung: Antonia Kleinschmidt, gespielt von Christiane Wilms, kommt frisch aus der Reha und sucht eine ruhige Wohnung, um wieder zu Kräften zu kommen. Zu ihrem Pech landet sie im Etablissement von Hertha Müller-Meisenstein, genannt EmmEmm, die ihr ein Zimmer vermietet, dass von Antonias selbstmordgefährdeten Nachbarn Döres als Durchgang genutzt wird. Aber auch ein von sich überzeugter, jedoch arbeitsloser Schauspieler und die stumme, Karline Försterling — glühender Fan von Schalke 04 —, machen Antonia die dringend benötigte Ruhe zunichte.

Das Stück ist eine schrille Verkettung von unglücklichen Ereignissen, besonders hart trifft es Uwe Brömmel, ein stiller Verehrer von Antonia: Den letzten Akt spielt er mit mehreren Gipsverbänden. Im Stück glänzt besonders Barbara Skerhut mit einer überzeugenden Darbietung der Rolle von EmmEmm. Besonderen Wiedererkennungswert hat ihr hinterlistiges Lachen, das den berechnenden Charakter der Vermieterin widerspiegelt. Ihre gemeinsamen Auftritte mit Putzfrau Paula Poezges, gespielt von Liesel Beeck, sind die wahren Höhepunkte des Stückes.

Beeck überzeugt trotz ihrer vergleichsweise kleinen Rolle. Sie hat das Publikum schon nach wenigen Minuten auf ihrer Seite, indem sie alle Klischees einer Putzfrau bedient, wenn sie den Staub unter den Teppich kehrt.

Dagegen taut Christiane Wilms in ihrer Rolle als Antonia Kleinschmidt erst gegen Mitte des zweiten Akts auf. Beim Versuch, ihre Figur verschüchtert und ängstlich anzulegen, wirkt sie zunächst etwas zu angespannt, blüht dann aber im dritten Akt voll auf. Ihr Schauspielpartner Sebastian Engels, der die Rolle des Döres übernimmt, bewältigt seine Rolle als depressiver Zimmernachbar nicht immer ganz so überzeugend, aber auch er steigert sich im Verlauf des Stücks. Besonders gelungen ist eine Szene, in der er nach einem missglückten Selbstmordversuch mit einem Seil, an dessen Ende ein abgebrochener Kerzenleuchter hängt, über die Bühne stolpert.

Auch Peter Pütz als Uwe Brömmel und Tim Thönissen als Arnulf Schmidt schaffen es mit ihren Rollen, das Chaos auf die Spitze zu treiben. Erfrischend ist die Darbietung von Angela Pütz als Karline Försterling. Mit ihrer skurrilen Erscheinung bringt sie jeden im Raum zum Lachen.

Die Premiere gelingt nicht nur wegen der Darsteller. Vor allem beeindruckt die aufwendige Kulisse, bei der viel Wert auf Details gelegt wurde und die den Zuschauer mitten in den Ort des Geschehens versetzt. Auch für Laien des rheinischen Platt lohnt sich ein Besuch des Stücks, denn man hört sich schnell in die Sprache hinein.