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Unternehmen Medtronic in Meerbusch mit Technik gegen Bauchaneurysma

Gesundheit : Unternehmen informiert über Bauchaneurysma

Das Team des Medizintechnik-Unternehmens Medtronic ist derzeit in Europa unterwegs, um Aufmerksamkeit auf die Risiken von Aneurysmen zu lenken. Angesprochen sind sowohl Ärzte wie auch Risikogruppen. Noch bis Donnerstag hält der Medtronic-Truck in Meerbusch, dort werden auch modernste medizinische Techniken präsentiert.

Ein Bauchaneurysma kann lange völlig ohne Symptome verlaufen. Wenn es jedoch unbehandelt bleibt und schließlich platzt, schaffen es die meisten der Betroffenen nicht mehr ins Krankenhaus. „Wir sprechen von einem sogenannten Silent Killer“, sagt Markus Deinhardt, europaweit für Training und Education beim Medizintechnik-Unternehmen Medtronic zuständig. Medtronic hat seinen Hauptsitz in Meerbusch, derzeit macht der „Here for you“-Truck Risikogruppen, Ärzte und Pflegekräfte über Risiken, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten im Bereich Bauchaneurysma informiert, auf dem Earl-Bakken-Platz Station. Noch bis Donnerstag gibt es hier von 9 bis 16 Uhr Vorträge.

Ein Bauchaneurysma ist eine Ausstülpung in der Aorta. Diese kann aufbrechen und schwere innere Blutungen verursachen. Früher war die Behandlung mit einer aufwendigen Operation verbunden – heute, dank moderner Medizintechnik, läuft der chirurgische Eingriff minimalinvasiv. Eine Prothese, eine dünne Membran, wird über einen Zugang im Beckenbereich mit einem Schlauch in die Aorta eingeführt, dort kann sie verhakt werden und stabilisiert so die Wand der Hauptschlagader von innen. Gestützt wird die Konstruktion von Drähten aus einer speziellen Legierung, die sich, anders als andere Metalle, zusammendrücken und so problemlos einführen lassen. Im Truck von Medtronic kann diese Operation an einem Simulator gezeigt werden.

Auch weitere technische Innovationen stellt das Unternehmen vor, die den Alltag für Ärzte, Pflegende und auch Patienten erleichtern sollen. Da sind die Smart Glasses, eine Kopfkamera inklusive Mikrofon und Lautsprecher, mit denen Eingriffe nicht nur aufgezeichnet und analysiert werden können, sondern der operierende Arzt von außen Hilfe bekommen kann, während sein Gegenüber alles Wichtige im Blick hat. Da sind auch Brillen und Kopfhörer für virtuelle Realität, die Patienten während einer örtlichen Betäubung an schöne Orte entführen, zugleich aber für die Ärzte ansprechbar bleiben.

Aber nicht nur um die Technik geht es, sondern auch um die Aufmerksamkeit. In Spanien konnten Menschen sich gleich im Truck per Ultraschall untersuchen lassen, dabei wurden auch Bauchaneurysmen festgestellt, die sonst wohl unerkannt geblieben wären – dies ist in Deutschland rechtlich nicht möglich. „Grundsätzliche Risikogruppe sind Männer über 65, Raucher und solche mit genetischer Disposition“, sagt Dorothee Stamm von der Medtronic Geschäftsführung. Sie und ihr Team wollen auf der laufenden Europa-Tour dafür sorgen, dass diese Menschen, aber auch Hausärzte, das Risiko Bauchaneurysma im Blick haben.