Unrat und Militaria auf Bauernhof

Umweltamt und Polizei durchsuchen Gehöft in Büderich.

Büderich. Am Mittwoch haben Ermittler aus Neuss unterstützt von Polizisten aus Düsseldorf einen Hof in Büderich wegen möglicher Verstöße gegen das Waffengesetz durchsucht. Dabei stießen die Neusser auf ein regelrechtes „Messi-Lager“. Der 45-jährige Beschuldigte hat laut André Hartwich, Pressesprecher der Polizei Düsseldorf, Unmengen von Unrat und Militaria auf dem etwa 3000 Quadratmeter großen Gelände gehortet.

Den entsprechenden Hinweis erhielten die Ermittler von einem Zeugen.

Die Durchsuchung des Areals ist wegen der chaotischen Gegebenheiten vor Ort schwierig und langwierig. Neben Tonnen von Schrott, Plastikmüll, Werkzeugen, Fahrzeugteilen und Kleidungsstücken lagern auf dem Gelände auch Weltkriegs-Devotionalien.

„Auf dem gesamten Gelände und im Wohnhaus selbst liegt alles herum, von der abgewetzten Matratze bis zum verrosteten Stahlhelm, eine alte Autobatterie neben Weltkriegs-Waffenschrott“, schildert André Hartwich die Situation nach einer Ortsbesichtigung gestern. Die Mitarbeiter des Meerbuscher Ordnungs- und Umweltamtes arbeiten sich mit Unterstützung der Polizei sukzessive durch die Müllberge. „Sie sind nur Durchsuchungszeugen, die das Verfahren begleiten“, erläutert Stadtsprecher Michael Gorgs.

Ob sich unter den sichergestellten Gegenständen auch strafrechtlich relevantes Material befindet, müssen Untersuchungen durch Sachverständige ergeben. „Bislang“, so Hartwich, „gibt es keinen Anhaltspunkt dafür, dass von den gefundenen Waffen eine Gefahr ausgeht. Entweder handelt es sich um Schrott oder schlicht um Dummies.“

Parallel zu der Durchsuchung in Büderich hat die Polizei in Teltow (Brandenburg) bei einem 46-Jährigen entsprechende Durchsuchungsmaßnahmen mit demselben Anfangsverdacht durchgeführt. Der 46-Jährige hatte sich früher ebenfalls auf dem Meerbuscher Gehöft aufgehalten und Bezüge zu dem 45 Jahre alten Neusser.

Die Durchsuchung des Hofgeländes und der Gebäude wird nach Einschätzung der Polizei noch mehrere Tage andauern. Die Einsatzleitung und Koordinierung haben die Düsseldorfer übernommen.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei unter der Leitung der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft dauern an. Der 45-jährige Bewohner des Hofs lässt sich anwaltlich vertreten.

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