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Trotz Lena: Spontan bleibt realistisch

Trotz Lena: Spontan bleibt realistisch

Die Band aus Meerbusch tritt im Rahmenprogramm des Eurovision Song Contests auf.

Meerbusch. Popstar Lena kriegt Unterstützung aus Meerbusch. Die Rockband Spontan wird am 5. Mai zusammen mit vier weiteren ausgewählten Gruppen, darunter auch Random Sunrise aus Grevenbroich, fünf Tage vor Beginn des Eurovision Song Contests 2011 in Düsseldorf das Rahmenprogramm mitgestalten.

Alexander Rose, Tobias Heger, Felix Dewald und David Jolitz haben sich vorgenommen, „eine fette Show“ abzuliefern. Dafür werden sie aktuelle Songs aus ihrem neuen Album „Rock mit Birne“ präsentieren, das im Vorjahr erschienen ist.

Mit einem Mix aus Rock und Power-Pop wollen sie die Gunst des Publikums für sich gewinnen. „Wir werden alles geben und wollen bei den Zuschauern einen guten Eindruck hinterlassen“, sagt Jolitz, Schlagzeuger der Band.

Seit 2009 betreiben die Jungs ihr Hobby intensiv. Das brachte ihnen vergangenes Jahr schon einen Auftritt bei 1Live ein. „Wir würden gerne irgendwann hauptberuflich Musik machen, aber wir sind Realisten geblieben. Alex und Felix haben gerade ihr Studium begonnen, Tobi hat eine abgeschlossene Ausbildung und ich bewerbe mich für ein Musikstudium“, erzählt der 21-Jährige.

Von Lenas Weg, durch ein Casting berühmt zu werden, halten sie wenig. „Das ist immer eine zweischneidiges Schwert. Du wirst von den Produzenten zwar anfangs sehr gefördert, aber auch genauso schnell fallen gelassen. Wir wählen da lieber die längere mühsamere Methode, hoffen aber, uns dann auf einem gewissen Level halten zu können“, sagt Jolitz.

Das geht nicht ohne Strapazen: „Wir müssen viel investieren, zeitlich und finanziell. Trotz vieler Auftritte kommt es meist gerade so auf plus minus Null raus. Aber es macht einfach Spaß“, erklärt Tobias Heger. Der 20-jährige Gitarrist spielt schon seit über zehn Jahren mit seinen Freunden zusammen. „Die Idee, eine Band zu gründen, kam uns in der 4. Klasse der Grundschule während einer Pause. Da außer David keiner ein Instrument beherrschte, haben wir willkürlich festgelegt, wer was spielen soll. Ab da haben wir Unterricht genommen“, erinnert sich Heger. Jolitz fügt grinsend hinzu: „Und trotzdem sind wir alle am Ball geblieben.“

Als Street Sharks übten sie zunächst Cover-Songs ein, bis sie vor etwa sechs Jahren ihren Namen änderten. „Den Namen hat uns meine Mutter ausgesucht, da wir als Gruppe für spontane Aktionen berüchtigt waren. Einmal haben wir ein Rockkonzert in ihrem Wohnzimmer veranstaltet“, berichtet Heger. Als Vorbilder für die inzwischen selbst komponierte Musik dienen Spontan vor allem die Gruppen Jupiter Jones, Paramore und die Beatsteaks.

Lenas Musik dagegen halten sie für eher eintönig. „Lena ist zwar nicht schlecht und hat einen sehr eigenen Stil, aber wenn man zwei oder drei Lieder von ihr gehört hat, kommt nichts Neues mehr“, urteilt Heger.

Die Wahl des Songs „Taken by a Stranger“ für den Contest finden die Jungs aber sehr gut. „Er bildet eine der wenigen Ausnahmen. Wenn Lena eine Chance hat, dann mit diesem Lied. Ich wünsche ihr jedenfalls den Sieg“, betont Jolitz.