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Verkehr in Meerbusch: Trotz Einwendungen: Bahn schließt Übergang

Verkehr in Meerbusch : Trotz Einwendungen: Bahn schließt Übergang

Trotz Protest ist die Chance gering, dass die Schranken am Függershofweg bleiben.

(ena) Die Verwaltung sieht kaum Chancen zu verhindern, dass der Bahnübergang Függershofweg/ Steinrath zwischen Krefeld-Fischeln und Ossum-Bösinghoven geschlossen wird. Technischer Beigeordneter Michael Assenmacher sagt dazu: „Trotz Einwendungen soll der Übergang geschlossen werden. Die Aussichten, dass er bleibt, sind gering. Die Deutsche Bahn wird uns wohl nicht entgegen kommen.“

Am 1. September lädt die Bezirksregierung Düsseldorf zu einem nicht öffentlichen Erörterungstermin ins Krefelder Seidenweberhaus ein, um eine Entscheidung vorzubereiten. Dort treffen sich Antragsteller, zuständige Behörden, Vertreter der Naturschutzverbände sowie alle privaten Einwender und Betroffenen, um ihre Argumente auszutauschen. Sinn des Treffens ist es, das Vorhaben erneut darzustellen und möglicherweise eine Einigung zu erreichen.

Die Deutsche Bahn (DB) Netz AG plant, den Bahnübergang Függershofweg/ Steinrath zu schließen und die Halbschranken samt Blinklicht zu entfernen. Der Verkehr soll künftig über den Bahnübergang Strümper Weg geführt werden. Der ist einige hundert Meter weiter südlich. Im Herbst 2019 hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Unterlagen in den Städten Meerbusch und Krefeld öffentlich ausgelegt. Daraufhin gab es 16 Einzeleinwendungen. Zu einigen gehörten Unterschriftenlisten mit gleich mehreren Einwendern, so ein Sprecher der Bezirksregierung. Die Vorgeschichte: Ginge es nach der Deutschen Bahn, wäre der Übergang längst weg. Im Februar 2017 hatte die Bahn die Stadt Meerbusch über die geplante Schließung informiert. Sie argumentiert: Die Schrankentechnik gelte als veraltet und sei vergleichsweise unsicher, da nahende Züge die Schranken über eine Induktionsschleife aktivieren. Kosten und Nutzen stünden in keinem Verhältnis. Um die Schranken entfernen zu können, braucht die Bahn aber die Zustimmung der Kommunen Krefeld und Meerbusch. Der Meerbuscher Rat hat 2018 einstimmig gegen die Schließung gestimmt.

Die Position der Meerbuscher Politiker: Der Bahnübergang am Függershofweg sei für Radfahrer und Fußgänger viel sicherer als der am Strümper Weg, wo der Radweg der Straße Am Weilerhof kurz vor dem Bahnübergang auf Meerbuscher Seite endet. Zudem sei die Strecke Schulweg für Kinder aus Bösinghoven, die in Krefeld zur Schule gehen. Fällt der Bahnübergang weg, würde das für die Schüler einen Umweg von rund 1400 Meter bedeuten.