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Trödelmarkt Meerbusch: So war der erste Trödel nach der Corona-Pause

Neustart nach Corona-Pause : Veranstalter zufrieden mit Neustart

Am Sonntag fand bei Haus Meer der erste Trödelmarkt seit März statt. Besucher und Händler zeigten sich mit der Wiederauflage zufrieden, auch wenn viele der Verkäufer noch unter den wirtschaftlichen Folgen des Shutdowns leiden.

Nach langer corona-bedingter Pause fand an diesem Sonntag der erste Trödelmarkt an Haus Meer in Büderich seit März dieses Jahres statt. Zur Wiederauflage kamen nicht nur viele Händler, sondern auch Besucher. Um das Infektionsrisiko vor Ort zu minimieren, gab es Desinfektionsspender sowie eine Maskenpflicht, für die es aber überwiegend Verständnis bei Verkäufern und Kunden gab.

Für viele Händler war es vor allem eine große Erleichterung, dass die Zeit des Handelns wieder losgehen konnte, denn die Pause hat einige von ihnen in große Existenznöte gebracht. Wobei die Angst bei den Händlern mit der Wiederauflage des Marktes noch lange nicht vorbei ist. „Viele meiner Kollegen und Kolleginnen können noch nicht eröffnen oder trauen sich nicht. Alle haben Angst vor einer zweiten Infektionswelle“, weiß Veranstalter Holger Trometer. Auch ihn hat die Zwangspause hart getroffen. Welche Verluste er genau hat, kann er nicht beziffern, aber in vier Monaten, sei schon einiges zusammengekommen. Und auch die Zukunft sehe für ihn nicht rosig aus. „Ich habe enorme Angst vor der Winterperiode. Einnahmen habe ich nur im Sommer. Die müssen dann auch für den Winter ausreichen. Der Trödelmarkt ist zwar auch im Winter geöffnet, aber da habe ich immer schon draufgezahlt. Das mache ich nur für die Händler.“

Trometer ist es zu danken, dass in Büderich wieder getrödelt wird

Floh- und Trödelmärkte werden als Jahrmärkte kategorisiert und sollten als Massenveranstaltung vor dem 31. Oktober nicht mehr stattfinden. „Ich habe ständig nach Lockerungen geschaut und befürchtet, es sei alles für uns vorbei“, berichtet Trometer weiter. Also wurde er schließlich selbst aktiv und setzte sich beim Land erfolgreich dafür ein, dass Spezialmärkte und kleinere Flohmärkte wieder erlaubt werden. Seit dem 15. Juni dürfen diese wieder stattfinden. Nachdem der Veranstalter ein Hygiene- und Schutzkonzept für seinen Trödelmarkt erstellt hatte, bekam er vom Kreisgesundheitsamt des Rhein-Kreis-Neuss, dem Ordnungsamt und dem Städtischen Fachbereich Städte und Kanäle die Genehmigung, wieder loszulegen.

„Die ganze Planung war eine sehr stressige Zeit, es sollte ja auch möglichst schnell gehen“, sagt der Veranstalter. Statt rund 100 Ständen sind jetzt wegen der Abstandsregelungen nur 75 Stände erlaubt. Diese waren am Sonntag auch fast alle besetzt, sowohl von Stammkunden als auch von neuen Händlern. Begeistert war Trometer von dem Engagement seiner Kunden. „Viele arbeiten mit und bringen Ideen mit ein. Das finde ich super.“ An jedem Stand stand Desinfektionsmittel bereit. Besucher und auch Händler waren aufgefordert, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Hinweisschilder verwiesen darauf, nicht die Hände zu schütteln und Abstand zu halten. Auch neue Toiletten gab es. Diese verfügten über ein Miniwaschbecken. „Man kann nicht zu 100 Prozent vorbereitet sein, aber was wir machen können, das machen wir.“

Trotz der strengen Regeln war der Trödelmarkt gut besucht. Die Besucher freuten sich, wieder relativ entspannt an den Ständen vorbeigehen und nach kleinen Schätzen suchen zu können. „Es ist toll, dass hier wieder was geht. Bei der Wärme wäre es ohne Maske natürlich schöner, aber ich finde die Maskenpflicht nicht schlimm. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass wir noch mitten drin sind“, meint Marion Hardt. Sie und ihr Begleiter fühlten sich sicher auf dem Markt. „Alle sind bemüht, die Regeln einzuhalten. Überall steht Desinfektionsmittel und Masken für die, die sie vergessen haben, gibt es auch.“

Die Händler waren ebenfalls zufrieden mit dem Neustart der Veranstaltung. „Auch, wenn etwas weniger Menschen kommen und viele nur schauen, ist der Verlauf heute gut. Wir freuen uns schon auf nächsten Monat“, sagt Brigitte Vogt. „Ich habe das Trödeln aus tiefster Seele vermisst“, berichtet auch Andrea Breuer. Für die Hobbytrödlerin war es eine Freude, nach so langer Zeit, wieder alte Bekannte auf dem Markt zu treffen.

Für sie geht es beim Verkauf jedoch weniger darum, Geld mit dem Trödeln zu verdienen, sondern vor allem darum, Spaß zu haben und den Dingen ein zweites Leben zu geben. Daher war die Zwangspause auch finanziell nicht so problematisch für Breuer. Ihre Kollegin Lisa Wagemann kann sich dagegen sogar vorstellen, dass die Coronavirus-Krise auch eine Chance für Trödelmärkte sein könnte. „Die Menschen haben weniger Geld und gehen daher vielleicht mehr zum Trödel.“