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Treudeutsch Lank: Ein Exot im Haifischbecken

Treudeutsch Lank: Ein Exot im Haifischbecken

Treudeutsch Lank steht vor dem Aufstieg in die Oberliga. Der Verein bleibt aber seiner Linie treu: Es fließt kein Geld.

Lank. Die weibliche A-Jugend ist Kreismeister, die zweite Damenmannschaft steht kurz vor dem Aufstieg in die Landesliga, und es müsste schon ziemlich viel schiefgehen, wenn das Herrenteam nicht den Sprung in die Oberliga schaffen sollte. Ein Punkt aus vier Spielen fehlt noch. Für das Heimspiel gegen den TSV Kaldenkirchen am kommenden Samstag ist die Aufstiegsfeier bereits organisiert.

Es könnte eines der erfolgreichsten Vereinsjahre beim TuS Treudeutsch Lank werden. Dennoch bleibt man bei dem Dorfclub auf dem Teppich. „Wir weichen nicht von unserer Linie ab“, sagt Abteilungsleiter Herbert Zimmermann und meint damit: In Lank wird kein Geld gezahlt.

Damit dürfte Treudeutsch in der kommenden Saison als echter Exot im Haifischbecken Oberliga an den Start gehen. Denn spätestens ab dieser Spielklasse schnürt normalerweise kein Handballspieler die Schuhe, wenn er denn nicht entsprechend dafür entlohnt wird. „Bei uns gibt es nur eine Ausnahme: Studenten und Auszubildende erhalten Fahrgeld“, sagt Zimmermann.

Diese Kosten würden allerdings ebenso wie etwa die für neue Schuhe aus der Mannschaftskasse beglichen. Und für die sei das Team selbst zuständig, so Zimmermann. Die Spieler würden mit den Sponsoren auch schon mal kleinere Punkteprämien aushandeln, zudem fließe ein Teil der Werbeeinnahmen aus der Vereinszeitschrift in die Kasse für Erste Damen und Herren. „Aber das bewegt sich alles auf sehr bescheidenem Niveau“, betont der Abteilungsleiter.

Dass die Mannschaft von Trainer Jürgen Hampel dennoch das Zeug dazu hat, den Klassenerhalt in der kommenden Saison zu schaffen, davon ist Zimmermann überzeugt: „Das Team ist jung, entwicklungsfähig und setzt sich zu 80 Prozent aus dem eigenen Nachwuchs zusammen.“ Zwei weitere Talente sollen aus der Jugend nachrücken, außerdem wollen zwei auswärtige Spieler nach Lank wechseln. „Und die wissen, worauf sie sich eingelassen haben“, sagt Zimmermann.

Ein weiterer Aufstieg ist den Treudeutschen erspart geblieben: Die Damen in der Oberliga klopften zwischenzeitlich an die Tür zur 3. Liga, sind inzwischen aber auf Rang drei abgerutscht. Was damit alles auf die Lanker zugekommen wäre, reißt Pressewart Klaus Trautmann an: „Wir hätten die Halle immer eine Stunde vor Spielbeginn freihalten müssen. Die Schiedsrichter wären teurer, die Auswärtsfahrten weiter gewesen. Wir hätten für einen Internetanschluss in der Halle sorgen und eine ausgelagerte Spielbetriebs-GmbH gründen müssen.“ 30 000 Euro hätte so eine Saison gekostet.