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Tonnen auf Deich fassen Müll nicht mehr

Tonnen auf Deich fassen Müll nicht mehr

Die Behälter quillen nach warmen Tagen und Nächten oft über. Bürger sind verärgert. Stadt sucht Lösung.

Vier Kästen mit Leergut, sieben Plastiktüten voller Müll und eine Tüter mit Papiermüll: Das ist die traurige Ausbeute, die Andrea Blaum mit ihrem Mann am Sonntag in einer Stunde gesammelt hat. Die Chefin der Meerbuscher Gruppe des Bundes für Umwelt und Naturschutz war eigentlich am Rhein, um die Natur zu genießen. Es wurde eine spontane Aufräumaktion. Und die nimmt die Umweltschützerin zum Anlass, bei der Stadt um größere Müllgefäße auf dem Deich zwischen Stingesbachmündung und Modellflugplatz zu bitten — per schneller, unbürokratischer Lösung.

Tonnen auf Deich fassen Müll nicht mehr
Foto: Blaum

Das Müll-Problem am Rhein ist kein neues, sondern beschäftigt sie und die Verwaltung seit Jahren. Regelmäßig quillen die Abfallbehälter am Deich über — im Sommer ist es am Wochenende besonders schlimm. Das ärgert auch Hendrik Bogies. Am Rhein werde gegrillt und gepicknickt. „Der anfallende Müll wird von den meisten Leuten vorschriftsmäßig entsorgt, jedoch sind die Behälter auf und am Deich einfach nicht groß genug“, sagt Bogie. Die Menschen wollten zwar den Müll entsorgen, hätten dazu aber keine Möglichkeit. Sind die 20-Liter-Gefäße voll, stellen die Ausflügler den Müll daneben — manchmal in Säcken, manchmal einfach so. Beim nächsten stärkeren Windstoß fliege alles umher. Das ärgert den Landschaftsarchitekten, der am Apelter Weg wohnt.

Matthias Unzeitig, Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung, bestätigt, dass die Papierkörbe von der Stadt Meerbusch aufgestellt und geleert werden. „Der Umfang und die Öffnungen sind bewusst so klein gehalten worden, damit kein (Sperr-) Müll dort entsorgt wird“, erklärt er. Die Behältnisse würden jeden Montag geleert, so dass der Wochenendmüll verschwinde. Säcke, die ordnungsgemäß verschlossen seien, würden mitgenommen. Manchmal hätten allerdings Krähen bereits Löcher hineingepickt. Das sei ärgerlich. Andrea Blaum schlägt der Stadt vor, zumindest während der Sommermonate größere Tonnen aufzustellen. Ihr schwebt eine Lösung vor, bei der große Abfallsäcke in eine Art Gestell eingespannt werden, das mit einem Metallkorb vor Krähenhieben schützt. Diese Abfalleimer sollten, so rät es Blaum, zwischen Modellflugplatz und Stingesbach auf dem Deich aufgestellt werden.

Auch Anwohner Hendrik Bogie hält größere Behälter für sinnvoll. „Sicherlich könnten die Leute, die den Müll produzieren, ihn auch wieder mit zurück ins Dorf oder nach Hause nehmen. Aber seien wir mal ehrlich: Wer schleppt seinen Müll kilometerweit zurück?“, sagt Bogie. Die Stadt Meerbusch hält den Vorschlag für nicht umsetzbar. „Etwas Größeres auf den Deich zu stellen, ist nicht möglich“, betont Stadt-Sprecher Michael Gorgs. „Abgesehen davon sähe das auch merkwürdig aus.“ Er kündigt aber an, dass die Verwaltung im Uferbereich zwischen Stingesbachmündung und Modellflugplatz — der sogenannten Hundebucht — drei große 240-Liter-Container aufstellen lässt. Direkt drei dieser Großbehältnisse hält Andrea Blaum indes für zu viel.

Für die neuen Müllcontainer werden Fundamente und Verankerungen angelegt. „Das wird wohl bis in den Mai dauern“, sagt Gorgs. Mehr Platz für Müll wäre dann vorhanden, wenn auch nicht direkt auf dem Deich — allerdings müssten die Rheinausflügler die Tonnen auch nutzen. Gorgs verweist darauf, dass der große Müll-Container auf dem Modellflugplatz-Parkplatz am vergangenen Wochenende in Brand gesteckt wurde. Bis Ersatz komme, dauere es, ein entsprechender Container müsse erst bestellt werden.