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Stadt hält an Nachtflugverbot fest

Stadt hält an Nachtflugverbot fest

Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage will neue Regelungen ersatzlos streichen lassen.

Meerbuschs Bürgermeisterin rüstet sich für den erwarteten Antrag des Flughafens Düsseldorf auf Kapazitätserweiterung. Wenn im April die Fluglärmkommission zusammentritt, will Angelika Mielke-Westerlage (CDU) ihrerseits Forderungen stellen.

„Die bisherigen Regelungen der nach 22 Uhr planbaren Landungen, bei verspäteten Landungen auch nach 23 Uhr, sowie die Off-Block-Regelung eröffnen den Luftverkehrsgesellschaften eine einfache Möglichkeit, ihre Flugumläufe zu eng zu planen“, erklärt die Bürgermeisterin. „Hierdurch kommt es immer wieder zu Verspätungen, mit der auch eine Landung nach 23 Uhr sanktionslos begründet wird.“ Deshalb schlägt sie vor, beide Regelungen ersatzlos zu streichen. „Ein besonders wichtiges und berechtigtes Anliegen der betroffenen Bevölkerung ist es, eine ungestörte Nachtruhe zu haben.“

Das Nachtflugverbot am Flughafen Düsseldorf von 22 Uhr bis 6 Uhr gilt für die acht so genannten Homebase-Carrier mit ihren mehr als 70 Jets nur eingeschränkt — zu ihnen zählen beispielsweise Air Berlin und Lufthansa. Deren Maschinen dürfen bis 23 Uhr in Düsseldorf landen. Angelika Mielke-Westerlage schlägt vor, die Homebase-Carrier-Regelung komplett zu kippen.

Zudem gilt in Düsseldorf derzeit die sogenannte Off-Block-Regelung: Demnach gilt ein Flugzeug als gestartet, wenn es seine Parkposition verlässt — unabhängig davon, wann es wirklich abhebt. Zwischen dem Verlassen der Parkposition und dem Start können in Düsseldorf schon mal bis zu 22 Minuten vergehen. Der Flughafen Düsseldorf argumentiert, durch eine stärkere Flexibilisierung könnten Verspätungen verringert werden.

Nach heftiger Kritik der Anrainer-Kommunen an dem angekündigten Antrag zur Kapazitätserweiterung will der Airport einen veränderten Antrag stellen: So zieht er seine ursprüngliche Forderung zurück, die Parallelbahn das gesamte Jahr über mitnutzen zu dürfen. Allerdings soll nun anders als bisher für jedes Halbjahr ein Zeitkonto ungenutzter Zeitabschnitte der Benutzung der Parallelbahn eingeführt werden, um nicht verbrauchte Zeitabschnitte während des ganzen Flughalbjahres für eine zusätzliche Zweibahnnutzung verbrauchen zu können. Der Kernpunkt aber soll erhalten bleiben: Die Zahl der Flugbewegungen soll von 45 auf bis zu 60 pro Stunde erhöht werden können.

„Durch die langfristige Ansparung ungenutzter Zweibahnabschnitte wird in stark frequentierten Wochen eine wesentlich höhere als die 50-prozentige Nutzung der Ersatzbahn ermöglicht“, sagt Mielke-Westerlage.

Sie kritisiert: „Damit ist zu erwarten, dass die bereits heute schon unzumutbare Belastung der betroffenen Anlieger noch weiter ansteigen wird.“ Die Bürgermeisterin glaubt: „Es steht zu erwarten, dass die Zahl an Verspätungen und Störungen der Nachtruhe mit einer Erhöhung auf bis zu 60 Bewegungen/Stunde in Verbindung mit dem Zeitkonto erheblich zunehmen wird.“

Im vergangenen Jahr erteilte die Bezirksregierung 98 Ausnahmegenehmigungen; eine British-Airways-Maschine landete ohne Genehmigung nach 23 Uhr. In diesem Jahr gab es bis gestern elf genehmigte Flugbewegungen während der Nachtflugbeschränkungen.

In einem interfraktionellen Antrag, der heute ebenfalls beschlossen werden soll, heißt es: „Der Rat der Stadt Meerbusch lehnt auch den geänderten Antrag des Düsseldorfer Flughafens zur Kapazitätserweiterung entschieden ab.“