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Stadt befragt Bürger zu Sporthallen

Stadt befragt Bürger zu Sporthallen

Auch die Vereine und der Verband sollen Wünsche äußern können. In einem neuen Entwicklungsplan geht es auch um die Sportangebote.

Treffen die Sportangebote in der Stadt die Bedürfnisse der Meerbuscher? Die Stadtverwaltung lässt einen Sporstättenentwicklungsplan erstellen, bei dem diese Frage beantwortet werden soll. Die ersten Gespräche mit dem beauftragten Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) aus Stuttgart laufen, voraussichtlich im November wird das Projekt abgeschlossen sein.

Bei der Erstellung des Plans sollen die Sportvereine, der Stadt-Sport-Verband und die Schulen eingebunden werden, auch eine Bevölkerungsbefragung ist geplant. Dadurch erhofft sich der Erste Beigeordnete Frank Maatz Erkenntnisse, wie eine Ergänzung der Sportanlagen für die Belange des Freizeitsports und nicht organisierten Vereinssport erreicht werden kann.

Erster Schritt ist eine Bestandsaufnahme der Sportanbieter und deren Angebote, aber auch der Sportaktivitäten der Bevölkerung. Es sei abzusehen, dass durch den demografischen Wandel bald noch mehr Angebote für ältere Menschen benötigt werden, sagt Maatz. „Der Seniorensport steht bei uns absolut im Fokus“, sagt Johannes Peters, Vorsitzender des TSV Meerbusch. „Die Nachfrage nimmt zu. Jedoch benötigt man gerade für Seniorensport fachlich geeignete Übungsleiter.“ Diese zu finden, sei nicht leicht.

Ralf Granderath, Vorsitzender vom TuRa Büderich, sagt: „Ein wachsender Anteil ist bei unseren Rehabilitationssport zu verzeichnen.“ Außerdem gebe es einen Boom beim Individualsport. Deshalb möchte der TuRa die Fitnessangebote ausweiten. „Doch gerade am Vormittag fehlen uns die Hallenzeiten.“ Auch Peter Dietz vom Osterather TV sieht eine große Nachfrage nach Sportangeboten für ältere Menschen. Senioren hätten bezüglich der Hallen jedoch andere Bedürfnisse: „Oftmals sind Turnhallen von Grundschulen zu groß und im Winter zu kalt. Wünschenswert wäre eine echte Gymnastikhalle.“

Ziel des Entwicklungsplans ist auch ein Blick in die Zukunft: Für die nächsten 15 Jahre soll der Plan Orientierung für Politik und Verwaltung sein, um Veränderungen an bestehenden und die Schaffung neuer Sportanlagen planen zu können. Mittelfristig würden einige Kunstrasenplätze sanierungsbedürftig, sagt Peter Dietz. „Eine solche Sanierung verschlingt eine größere fünfstellige Summe. Meine Befürchtung ist, dass diese zulasten anderer Sportstätten realisiert werden könnten.“ Das sei ein generelles Problem: „Der Fußball ist die Nummer ein und dann kommt lange nichts“, sagt er.

In Büderich sei die Gebrüder-Grimm-Schule beispielsweise prima, findet Ralf Granderath. „Die Halle am Mataré-Gymnasium war dagegen zuletzt in einem fürchterlichen Zustand.“ Diese wurde inzwischen renoviert, nachdem sie zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt worden war. Die Vereine müssten sich auch an die eigene Nase fassen, wenn ihre Bedürfnisse nicht erkannt würden, weil sie zu wenig Präsenz im Stadt-Sport-Verband zeigten. „Ich kann es aber verstehen, dass sich Ehrenamtler, die schon in Vereinen viel Zeit opfern, darüber hinaus nicht auch noch im SSV engagieren möchten.“ Dadurch dass die Stadt den administrativen Bereich des Sports an den SSV ausgelagert hat, komme es kaum noch zu einem Dialog zwischen Stadt und Vereinen, sagt Granderath: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Stadt wieder mehr selbst um die Anliegen der Vereine kümmert.“

Johannes Peters findet, dass es grundsätzlich zu wenig Hallen in Meerbusch gibt. Der Zustand der bestehenden sei in Ordnung. „Mein Wunsch wäre, dass die Stadt eine neue überdimensionale Dreifachhalle errichtet. In Brühl gibt es einen solchen Riesenkomplex.“. Vonseiten der Stadt habe er schon eine Zusage, dass es im Frühjahr einen gemeinsamen Besuch in Brühl geben wird, um zu schauen, ob die Anlage auch für Meerbusch Vorbild sein könnte.