Schwieriger Weg in die Selbstständigkeit

Schwieriger Weg in die Selbstständigkeit

Diane Luciano hat ein Fotostudio eröffnet. Vor allem Familien und Kinder hat sie vor der Linse.

Diane Lucianos erste Kamera war die ihrer Großtante. Mit der fotografierte sie im Grundschulalter alles, was ihr vor die Linse kam. Mit 18 folgte die erste Spiegelreflexkamera und heute hat sie eine Profiausrüstung, Kamera und Objektiv kosten zusammen rund 6000 Euro. „Am Anfang habe ich Kredite aufgenommen und mir von meiner Familie Geld geliehen, damit ich mir die Kamera und das Zubehör leisten konnte.“ Heute sind die Kredite abgezahlt und Diane Luciano verdient sogar Geld mit ihren Fotos.

Im Juni vergangenen Jahres hat sie ein Fotostudio in Meerbusch eröffnet. Ein wenig versteckt in der obersten Etage eines Einfamilienhauses in Lank-Latum lichtet sie nun Erwachsene und Kinder, Familien und Freunde ab. In drei Räumen unter dem Dach hat sie ihr Studio mit weißer Leinwand, ein kleines Büro und einen Aufenthaltsraum zum Schminken und Sprechen. In der Diele hängt ein Zertifikat über ihr abgeschlossenes Fernstudium in Fotodesign.

Dass sie heute in ihrem eigenen Studio sitzen würde, hatte die Meerbuscherin vor wenigen Jahren noch nicht geahnt. Vor dem Fotodesign-Studium hatte Diane Luciano als pädagogische Mitarbeiterin im offenen Ganztag gearbeitet. „Aber die Idee mit dem Fotografieren war schon immer in meinem Kopf. Als die Leute angefangen haben, mich auf meine Fotos anzusprechen, bin ich ins Grübeln gekommen. Da habe ich beschlossen, aus dem Hobby einen Beruf zu machen.“

Diane Luciano, Fotografin

Dabei waren die ersten Schritt in die Selbstständigkeit nicht immer einfach. „Ich hatte sehr viel Angst, vor allem wegen der Finanzierung. Aber die Vorfreude und die Euphorie haben dann doch überwogen.“ Heute kommt sie mit dem Geld gut über die Runden. „Ich bin nicht über Wochen hin ausgebucht, aber es kommen kontinuierlich Aufträge rein.“ An Wochenenden verbringt Diane Luciano manchmal ganze Tage auf Hochzeiten. Laufkundschaft hat sie in ihrem Studio allerdings nicht. „Am Anfang habe ich das für einen Nachteil gehalten“, räumt die 25-Jährige ein. „Aber bei den Shootings ist es schön, Ruhe zu haben. Ich kann mich voll und ganz aufs Fotografieren konzentrieren.“

Der Stil ihrer Fotografien variiert je nach Anlass. „Je nach Auftrag und freien Arbeiten von mir bewegt sich der Bildstil zwischen einfach, verspielt und ideenreich.“ Vor allem Schwangere und Kinder fotografiert sie gerne. „Durch meine Arbeit im offenen Ganztag habe ich einen guten Draht zu Kindern. Und mit Schwangeren gibt es immer eine ganz tolle Stimmung am Set.“ Da trifft es sich gut, dass sich in Meerbusch vor allem Familien ablichten lassen wollen. „In den ersten vier Monaten hatte ich unglaublich viele Kinder und Neugeborene vor der Linse. Es ist sehr familiär hier.“

Für die Shootings müssen die Familien unterschiedlich viel einplanen: Fotos mit einem Neugeborenen kosten 89 Euro, mit einem Kind 145 Euro. Familienshootings gibt es für 195 Euro. Dafür bekommen die Kunden einen Großteil der Bilder zur Auswahl und dürfen sich zehn bis 15 Fotos aussuchen, die Diane Luciano bearbeitet. Bei Hochzeiten ist der Umfang noch größer. „Da bin ich meist den ganzen Tag und halte alle Momente fest. Dafür geht das Honorar bei 1300 Euro los.“ Für 2017 hat sich die Fotografin vorgenommen, auch Modefotos zu schießen. „Vielleicht kann ich die auch Magazinen anbieten.“