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Schulen in Meerbusch wegen Corona geschlossen

Coronavirus : In Meerbusch stehen jetzt alle Räder still

In der Stadt gibt es sechs Corona-Fälle. Ein Überblick über die wichtigsten Änderungen.

Ab Montag sind alle Schulen und Kitas in Meerbusch bis zum 19. April geschlossen. Die Schulen werden aber am Montag, 16. März, und Dienstag dafür sorgen, dass nicht betreute Schüler betreut werden. In weiterführenden Schulen wird sichergestellt, dass die Schüler ihre Abi-Prüfungen ablegen können. Betreuungsmöglichkeiten werden allein für Kinder bereitgestellt, deren Eltern Ärzte oder Pflegepersonal sind oder die im Bereich der öffentlichen Ordnung sowie anderer wichtiger Infrastruktur im Einsatz sind.

Erkrankte

Im Kreis ist bei 19 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Hiervon leben sechs in Meerbusch.

 Beim Pflegedienst Billen wird streng auf Hygiene geachtet.
Beim Pflegedienst Billen wird streng auf Hygiene geachtet. Foto: Billen

Bürgerbüros

Ab kommender Woche sind Erledigungen nur noch nach Terminvereinbarung möglich. Ausgewählte Mitarbeiter werden im Home Office arbeiten, damit bei Infektionen und Quarantäne-Anforderungen Personal in Reserve bereitsteht.

Veranstaltungen

Die Nierster und Bösinghovener Saubertage am heutigen Samstag, 14. März, fallen aus. Die Nabu Ortsgruppe hält an der Aufräum-Aktion am morgigen Sonntag von 11 bis 13 Uhr fest: „Da wir uns ausschließlich draußen und nicht in einer Gruppe bewegen, halten wir das Risiko für überschaubar“, sagt Heike Höltkemeier. Treffpunkt ist am Nabu-Haus (ehemaliges Pumpenhaus an der Webergasse/Ecke Suitbertusstraße).

Das Forum Wasserturm ist geschlossen, die Ausstellungen in der Teloy-Mühle und Schulinformationsveranstaltungen fallen aus. Über die Schließung des „Meerbads“, der Volkshochschule, der Städtischen Musikschule und der Stadtbibliothek mit ihren Zweigstellen wird am Dienstag nach einer Konferenz der Bürgermeister der Kommunen aus dem Rhein-Kreis Neuss mit dem Landrat entschieden.

Stadtwerke

Präventiv haben die Stadtwerke Bereitschaftsteams gebildet. Sie agieren von zuhause aus, um Kontakt mit Kollegen zu vermeiden. Darüber hinaus werden sämtliche Tätigkeiten mit hohem Kundenverkehr eingeschränkt. Ab dem heutigen Samstag, 14. März, bleibt das Kundencenter, Am Pfarrgarten 1, bis auf Weiteres geschlossen. Der Kundenservice ist telefonisch unter 02159/917333 erreichbar, ebenso per E-Mail. Das NetzServiceCenter an der Kaarster Straße 135 in Osterath ist ebenfalls geschlossen. Vorübergehend ausgesetzt wird der Austausch von Strom-, Gas- und Wasserzählern. Intern gilt bei den Stadtwerken die Regel: Meetings mit maximal fünf Personen sind auf ein zeitliches Mindestmaß zu beschränken.

kundenservice@stm-stw.de

Pflege

Die Mitarbeiter beim Pflegedienst Michael Billen in Lank sind in diesen Tagen damit beschäftigt, Fragen zu beantworten und die älteren Menschen zu beruhigen. „Viele sind sehr aufgewühlt und verunsichert“, erzählt eine Mitarbeiterin. Das Thema Desinfektion spielt im Alltag der Pflegekräfte sowieso eine große Rolle, so gibt es beispielsweise regelmäßig interne Hygieneschulungen. „Über den aktuellen Stand des Virus’ informieren wir unsere Pflegekräfte stetig und ergreifen entsprechende Maßnahmen“, erklärt eine Mitarbeiterin. „Außerdem lassen wir vorsichtshalber keine Besucher und Abholer, die nicht zum Betrieb gehören, ohne Anmeldung in unsere Büros oder Tagespflege.“ Auch ein geplantes Treffen zwischen den Gästen der Tagespflege und den Kindern des benachbarten Kindergartens wurde verschoben: „Das ist uns sehr schwer gefallen, weil es für alle immer ein schönes Erlebnis ist.“

Reisebüro

Normalerweise wäre jetzt die Phase, in der Kunden für Ostern Last-Minute-Reisen buchen. Doch mit der Ausbreitung des Coronavirus’ sieht die Lage anders aus. Werner Kiwitz betreibt in Osterath an der Kaarster Straße das Reisebüro „Reisefuchs“ und hat zwei Filialen in Tönisvorst und Kempen. „Seit acht bis zehn Tagen ist die Nachfrage nach Fernreisen drastisch zurückgegangen“, sagt der Firmeninhaber. Für Ziele in China sei dies bereits seit vier Wochen der Fall, doch nun zeichne sich diese Entwicklung auch bei anderen asiatischen Ländern ab. Er erhält in diesen Tagen viele Anrufe von Kunden. Sie möchten wissen, wo sie noch hinfahren können. Gegenüber dem vorigen Jahr sei auch die Frage nach Reisen in die Türkei und auf die Kanaren zurückgegangen, berichtet Kiwitz. Er schätzt den Rückgang auf 25 bis 30 Prozent. Als Unternehmer schaut er zuversichtlich nach vorne: „Man kann nicht den Kopf in den Sand stecken.“ Wenn weniger Kunden kommen, hat er mehr Zeit für die Buchhaltung.

Kirchen

Die drei evangelischen Gemeinden sagen ihre Gemeinschaftsaktion der Konfirmandengruppen unter dem Titel „Konfi-to-go“ ab, die am Samstag, 21. März, stattfinden sollte. An diesem Tag machen sich die Konfirmanden in einer Art Sternenmarsch von den Ortsteilen Lank, Osterath und Büderich aus auf den Weg zur Versöhnungskirche in Strümp.

Die Katholische Kirchengemeinde Sankt Mauritius und Heilig Geist in Büderich greift die Situation angesichts des Coronavirus’ in ihrem aktuellen Pfarrbrief auf. Er sei verwundert, wie groß die Aufregung ist, schreibt Diakon Gerd Krewer. Im Supermarkt vor leeren Regalen zu stehen, habe ihn nachdenklich gemacht. Er sieht dies als Zeichen von diffuser Angst. Gleichzeitig stellt er den Zusammenhang zur Wiederkehr der Flüchtlingsfrage her. „Eine solche Angst kann eine starke Motivation sein zur Abgrenzung, zur Absicherung des Eigenen, vielleicht auch für Hamsterkäufe.“ Als christliche Grundhaltung sei neben dem Tun auch das Vertrauen auf Gott wichtig. ena/stz