Büderich Die zweijährige Zwangspause ist vorbei

Meerbusch · Der Restart nach der Corona-Pandemie ist gelungen, die Büdericher Schützen feierten mit neuem Konzept ihr Schützenfest.

 König Ferdinand I. van Meegen mit seiner Frau Dorit. Eigentlich war die Regentschaft schon für 2021 geplant.

König Ferdinand I. van Meegen mit seiner Frau Dorit. Eigentlich war die Regentschaft schon für 2021 geplant.

Foto: Ja/Anne Orthen (ort)

König Ferdinand I. van Meegen freute sich „riesig“, endlich mit seinen Schützen feiern zu können, schließlich war die Regentschaft schon für 2021 geplant gewesen.

Vor dem Thron auf der Grünstraße hatte sich jedenfalls am Samstag ein gutgelauntes Schützenvolk eingefunden, um nach der Eröffnungsrede, die der Börker Freischärler bewusst kurz gehalten hatte, den Großen Zapfenstreich zu erleben. Dieser wurde vom Bundestambourcorps Rheintreue, dem Bundesschützenfanfarencorps 1968 und der Böhler Werkskapelle, also den angestammten Büdericher Musikeinheiten, dann auch voller Inbrunst in die Welt hinaus geschmettert. Technische Probleme mit der Mikrofonanlage führten hier allerdings zu einer längeren Verzögerung, so dass der eigentlich locker geplante Zeitrahmen bis zur Kranzniederlegung am Alten Kirchturm zu einer knapp einstündigen Verzögerung führte.

Spätestens im Zelt zeigten sich Schützen- und Dorfgemeinschaft aber in altgewohnter Weise kontaktfreudig und in bester Feierlaune. Da nach der Begrüßung kein offizielles Programm folgte, war es vor allem die Tanzfläche, auf welche die Leute strömten, während sich die Sitzreihen im hinteren Bereich merklich leerten. Die besten Gespräche gab es traditionsgemäß an der Theke, wo sich offenbar auch niemand am Rekordgetränkepreis von mittlerweile 2,10 Euro störte. Nach zwei Jahren Corona wollten die Menschen das erste Schützenfest im Stadtgebiet einfach feiern.

Dass aber nach drei Jahren pandemiebedingter Pause nicht jedem Büdericher zum Feiern zumute war, musste Ehrenkönigin Jenni Hermes schon zum Festauftakt feststellen. Als Ehrengäste musste sie zum Festeinklang im heimischen Garten am Freitag schon um 22.20 Uhr zwei Gesetzeshütern die Pforte öffnen und die Lautstärke herunterschrauben, während im Festzelt auf dem Dr. Franz-Schütz-Platz die Räuber ein bunt gemischtes Publikum begeisterten. Das Zent war nicht zum Bersten aber dennoch gut gefüllt, freut sich der Stellvertretende Schatzmeister Wolfgang Baumeister.

Dass die Büdericher Sebastianer etliche Mitglieder des Bezirksvorstandes stellen, erwies sich dagegen als äußerst praktisch. Weil neben Bücherich noch zwei weitere große Schützenfeste im Bezirk Neuss gefeiert werden, musste Geschäftsführer Carlo Schäfer die Auszeichnung verdienter Schützen am Sonntag übernehmen. Für sein jahrzehntelanges Engagement als Vorsitzender und Rittmeister und als Büdericher St. Martin verlieh er Horst Diel im Jahr des 100jährigen Jubiläums des Reitervereins das St. Sebastianus Ehrenkreuz des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Mit dem Silbernen Verdienstkreuz schmücken sich nun der Major der Burenkompanie Ralph Brors, Tobias Mayer (Fanfarencorps) und Marco Wehmeier (Waidmannsheil). Das Ehrenkreuz des Sports in Bronze trägt nun Sascha Schäfer, der auch die Matthias-Nießen-Wanderplakette als bester Schütze des Regiments mit nach Hause nehmen durfte.

Nur als Bürgermeister Christian Bommers den scheidenden Majestäten Rainer Höterkes, Jens Rademacher und Dr. Bernd Schumacher Adams ihre Ärmelbänder überreichen wollte, waren diese vom Bund nicht geliefert worden, und der Regimentsarzt gar erkrankt. Alle Beteiligten nahmen es mit Humor und begnügten sich vorläufig mit dem festen Händedruck des Stadtoberhauptes.