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Schüler organisieren das Kiosk der Raphaelschule mit gesunden Snacks

Schüler organisieren das Kiosk der Raphaelschule mit gesunden Snacks

Spender haben mit 5000 Euro die Sanierung der Küche in der Raphaelschule ermöglicht.

Strümp. Die letzte große Baustelle in der Raphaelschule gehört der Vergangenheit an. Mit der Neueröffnung der Schülerküche genügt die Einrichtung jetzt den Ansprüchen einer modernen Förderschule.

Die Schülerküche soll abseits des regulären Hauswirtschaftsunterrichts den 90 Schülern vor allem als Kiosk dienen — und erfüllt damit auch einen pädagogischen Zweck: Selbstorganisation, Planungs- und Teamfähigkeit, Ausdauer und das Delegieren von Aufgaben sind Kompetenzen, die die Kinder sich aneignen. Denn das Kiosk für die Frühstückspause soll von Schülern der höheren Klassen selbstständig betrieben werden. Brötchen schmieren und für 50 Cent verkaufen, Einkauf, Abrechnung und die Erstellung einer Kosten-Nutzen-Rechnung liegen in ihren Händen. Oberstufenleiterin Katrin Ueberall begleitet das Projekt.

„Das funktioniert in etwa wie ein Genossenschaftsmodell“, sagt Fördervereinsmitglied Thomas Jung. Die notwendigen 5000 Euro spendeten Rotarier, Volksbank und der Förderverein.

Es werden vorrangig Snacks — Obst, Säfte, Müsliriegel — angeboten. Dass die Schüler für Vorbereitungen den Unterricht früher verlassen, hält Ueberall nicht für problematisch: „Sie werden ja unterschiedlich beschult, haben individuelle Förderpläne und können den wenigen Stoff, den sie versäumen, selbstständig nachholen.“ Außerdem hätten an jedem Wochentag andere Schüler Dienst. Ein weiterer Entwicklungsschritt, so Überall, könnte die Gründung einer Schülerfirma sein.

Die Schülerküche soll auch für Klassenprojekte genutzt werden, um die reguläre Lehrküche zu entlasten. Und: „Das Arbeiten von Kleingruppen in der Küche ermöglicht auch eine Reintegration von Schülern mit emotionalen oder psychischen Problemen in die Klassengemeinschaft“, sagt Schulleiter Armin Hellmich.

Allgemeine Schulängste oder Mobbing könnten hierfür ein Grund sein. Hellmich sieht für seine Schule jetzt nur noch in einem Bereich Nachholbedarf: Der Computerraum sei zwar kürzlich erst mit neuen Rechnern ausgestattet worden. „Das Mobiliar besteht jedoch aus ausrangierten Stühlen und Tischen mit offenen Kabelschächten.“