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Schüler lernen Umgang mit psychisch Erkrankten

Schüler lernen Umgang mit psychisch Erkrankten

Bei dem Projekt „Verrückt? Na und!“ sprechen Betroffene und Experten in den Klassen offen über seelische Probleme.

Ein neues Projekt namens „Verrückt? Na und!“ soll Jugendlichen den Umgang mit psychischen Erkrankungen erleichtern und Vorurteile abbauen. Bei dem Programm besuchen Fachkräfte wie Sozialpädagogen gemeinsam mit einem persönlichen Experten — also einem selbst von Depression, Bipolaren oder Persönlichkeitsstörungen betroffenen Menschen — Schüler im gesamten Rhein-Kreis Neuss, um in einem mehrstündigen oder mehrtägigen Workshop die Toleranz für psychische Erkrankungen zu fördern.

Dass einer der beiden Experten selbst betroffen ist, erfahren die Schüler zwar — aber erst im Laufe des Tages, wenn er berichtet, was er erlebt hat und wie er mit seiner Situation umgegangen ist.

„Das Projekt profitiert davon, dass die Schüler sehen: Der ist ja genauso normal wie alle anderen auch“, sagt Christiane Kroll, die als Diplom-Sozialpädagogin eine von fünf Fachpersonen ist, die das kreisweite Angebot vom Sozialpsychiatrischen Zentrum Meerbusch von Strümp aus betreuen. Jugendliche ab der achten oder neunten Klasse sollen lernen, dass eine psychische Erkrankung nicht peinlich oder unbedingt zu verschweigen ist — sondern dass es eine Erkrankung ist wie jede andere. Dass sie in allen Bildungs- und Gesellschaftsschichten vorkommt. Und vor allem auch: Dass es Hilfe für Betroffene gibt.

„Wir machen bei ,Verrückt? Na und!’ mit, weil wir wissen, dass psychische Krisen und Erkrankungen häufig vorkommen und überwiegend in der Jugendzeit beginnen“, sagt die Meerbuscher Sozialarbeiterin Jennifer Schumacher. „Sie sind aber immer noch tabuisiert, und die Betroffenen finden meist zu spät Hilfe.“ Das neue Projekt will dagegen angehen und damit ermöglichen, dass Betroffene früh Hilfe bekommen. Beteiligt sind an dem Programm das Sozialpsychiatrische Zentrum (SPZ) Rhein-Kreis Neuss Nord und das SPZ der Diakonie Neuss sowie der bundesweit arbeitende Verein „Irrsinnig Menschlich“. Als Kooperationspartner ist das Berufsbildungszentrum Grevenbroich an Bord. Schulen aller Schulformen können sich für einen Termin an die Regionalgruppe im SPZ Meerbusch wenden unter Telefon 02159/818115. Weitere Infos unter:

irrsinnig-menschlich.de