Rheinischer Karneval reißt alle mit

Rheinischer Karneval reißt alle mit

Die Büdericher Heinzelmännchen feiern groß im Henkelsaal.

Büderich/Düsseldorf. Sechsmal elf Jahre alt werden die Büdericher Heinzelmännchen in diesem Jahr jung.

Da versteht es sich von selbst, dass die Karnevalsgesellschaft es bei ihrer Jubiläumssitzung im Düsseldorfer Henkelsaal ordentlich krachen ließ, zumal die Prunksitzung im Vorjahr mangels geeigneter Örtlichkeit ausfiel.

Selbstverständlich gab sich auch das Prinzenpaar die Ehre: Mit großem Trara genossen Michael Schweers und Pia Oertel den Einzug in den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal.

Der Prinz, selbst Mitglied bei den Heinzelmännchen, philosophierte über die verschiedenen Gesichter des Karnevals: „Egal, ob wir bei Senioren- oder Kindersitzungen, bei euch in Büderich oder im Düsseldorfer Landtag eine Stippvisite abgeben, es ist immer intensiv. Die Kraft des rheinischen Karnevals reißt alle mit.“

Dass die Venetia bei den rot-weißen Heinzelmännchen in einem knallroten Kleid erschien, obwohl sie wenig später beim Ball der KG Blau-Weiß in Düsseldorf in Blau zu erscheinen hatte, war zwar mit zusätzlichem Stress verbunden, „aber das seid ihr mir wert“.

Prinz Michael hatte einen Antrag aus den frühen Annalen der Vereinsgeschichte hervorgekramt, in dem die Karnevalisten den damaligen Bürgermeister Nüse darum baten, närrische Sitzungen abhalten zu dürfen. Der antwortete, reichlich verspätet, wenn Ordnung und Sitte aufrechterhalten blieben, spreche nichts dagegen, sogar die Kirche würde großzügig auf Einwände verzichten.

Ein Wiedersehen mit den Tollitäten gibt es am Rosenmontag, wenn der Wagen der Heinzelmännchen mit der Nummer 36 unmittelbar hinter dem Gefährt des Prinzenpaares durch die Landeshauptstadt zieht.

Auch wenn der Auftritt der närrischen Majestäten der Höhepunkt des Abends war, wurden die Büdericher Jecken auch sonst bestens unterhalten. Dafür sorgten zu Beginn und beim Finale die niederländischen Freunde von de Narrenkap Velp. Clown Bruce Kapusta riss die Besucher mit seiner Trompete ebenso von den Stühlen wie Imitator Jörg Hammerschmidt.

Ein Heimspiel auf der falschen Rheinseite hatte Michael Hermes, während die Rhein-Stars mit ihrem akrobatischen Showtanz begeisterten. Und als die Kultband Alt Schuss ironisch mit dem kölschen Karneval abrechnete, blieb wie immer kein Auge trocken und kein Bierglas lange voll.

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