Rennfahrer aus Meerbusch : Seit 40 Jahren auf der Rennpiste

Olaf Schley und Thomas Erkelentz aus Meerbusch fahren seit Jahren gemeinsam im Rennen, auch Erkelentz Sohn ist inzwischen dabei. Problematisch ist im Moment die Ersatzteilbeschaffung für die klassischen Wagen.

Vor vier Jahrzehnten waren sie zusammen in Frankreich. Beide mit ihren Simcas. Nun stehen sie in der Grünen Hölle beim „Nürburgring Classic“ neben ihren Autos. Olaf Schley (63) hat gerade ein paar Trainingsrunden mit seinem BMW 325i gedreht, so richtig zufrieden ist er nicht. Solange fährt er den roten Flitzer noch nicht, das erste Mal im April am Hockenheimring. Neben ihm schaut Thomas Erkelentz (64) auf seinen schwarzen 325er, mit Wehmut im Herzen.

Im letzten Jahr ist er damit noch beim „24h-Classic“ gefahren so wie all die Jahre zuvor bei Youngtimer-Rennen - gemeinsam mit Sohn Sebastian (38). Nach einer gesundheitlichen Krise geht das nun nicht mehr und man spürt, wie traurig so etwas jemanden machen kann, der mit Leidenschaft aufs Gaspedal tritt. Das treibt einem im Rennauto schon mal die Schweißperlen auf die Stirn, man muss wirklich fit sein. Nun also dreht Sebastian Erkelentz allein seine Runden, begleitet von guten Ratschlägen des Vaters.

Olaf Schley und Thomas Erkelentz liefen sich schon in jungen Jahren in Meerbusch über den Weg, oder besser: Sie fuhren sich über den Weg. Beide hatten ein Mofa und wer mit so etwas unterwegs ist, der weiß nur zu gut, das man vor allem eines unbedingt können sollte: An Motoren herumschrauben. Das haben beide damals schon mit ihren Zweirädern gemacht und irgendwann hatten die Vehikel eben vier Räder. Genügte anfangs noch eine Garage, musste es später eine Halle sein. „Für die Simcas brauchte man keine Hebebühne“, plaudert Olaf Schley.

Mit Citroen AX Sport auf
der Rennstrecke unterwegs

So einfach ist es mit dem BMW nicht mehr, dass weiß auch Thomas Erkelentz. Denn er war es, der seinem alten Kumpel Olaf den 325er an Herz gelegt hatte. Er selbst fuhr noch bis vor Jahren auf der Rennstrecke seinen Citroen AX Sport. Irgendwann habe es keine Konkurrenz mehr gegeben. Und allein in der Klasse fahren? Das wollte er dann doch nicht. Außerdem wurde die Ersatzteilbeschaffung immer schwieriger. „In Frankreich war der Markt abgegrast“, erinnert sich Thomas Erkelentz an die mühsame Suche nach all dem, was am Citroën nicht mehr rund lief.

Zimperlich darf man im Rennsport nicht sein, da muss man das Gaspedal schon ordentlich durchtreten. Wer da noch darüber nachdenken muss, wo er neue Bremsbeläge herbekommt, hat schon verloren. Für Olaf Schley waren genau diese Bremsbeläge an diesem Ring-Wochenende ein Reizthema. „In der zweiten Runde habe ich gemerkt, dass ich nicht bremsen konnte“, haderte er mit der Technik. Vier Monate müsse man derzeit auf Bremsklötze warten, die Felgen für seinen roten 325er stehen noch in Shanghai im Container.

Schon die Pandemie sei es in Sachen Ersatzteilbeschaffung eine Katastrophe gewesen, und nun käme auch noch der Krieg in der Ukraine hinzu. Lieferprobleme allerorten, nicht nur bei den alten Autos. Das könnte einem die gute Laune verderben – wenn es nicht so klasse wäre am Ring unter all den Leuten, die sich mit den gleichen Nöten herumplagen müssen. „Fahrerlager-Romantik“ nennt Thomas Erkelentz das, was ihm schon immer gefallen hat an den Rennstrecken, auf denen er zusammen mit Olaf Schley unterwegs war. Beide werden auch am kommenden Wochenende am Ring sein, dann startet dort das „24h-Classic“ über die Nordschleife als Rahmenprogramm zum diesjährigen 24h-Rennen. Olaf Schley wird dort selbst an den Start gehen, und Thomas Erkelentz wird Sohn Sebastian zur Seite stehen.