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Raphaelschule wird im kommenden Jahr aufgelöst

Raphaelschule wird im kommenden Jahr aufgelöst

Mehrzahl der Schüler und Lehrer soll nach Kaarst wechseln. „Eltern wollen die Inklusion“, sagt Schulrätin Banisch.

Meerbusch. Die Raphael-Förderschule am Kaustinenweg wird zum 31. Juli 2013 aufgelöst. Von den zurzeit 79 Schülern wird die Mehrzahl an der Martinusschule in Kaarst eine neue Schulheimat finden. Kinder der Primarstufe sollen an einer Meerbuscher Grundschule integriert unterrichtet werden. Das ist das Szenario, das der Meerbuscher Schulausschuss am Donnerstagabend akzeptiert hat. Die Trägerschaft der Schule soll auf den Rhein-Kreis Neuss übergehen.

Christa Banisch, Schulrätin des Rhein-Kreises Neuss, machte in der Sitzung deutlich, dass es zu diesem Einschnitt in die Meerbuscher Schullandschaft keine Alternative gebe. Seit Jahrzehnten laufe die Strümper Schule bereits mit Sondergenehmigung. Diese würde künftig nicht mehr gewährt, weil dann auch die Mindestschülerzahl aller Voraussicht nach verfehlt würde. „Der Elternwille ist ganz entscheidend. Und die Eltern wollen die Inklusion“, stellte Banisch nüchtern fest.

Dieses Bedürfnis nach dem gemeinsamen Unterricht von behinderten und nichtbehinderten Kindern an einer Regelschule führe dazu, dass die Anmeldezahlen an den Förderschulen massiv zurückgingen — eine „Dynamik des Niedergangs“, wie Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage es formulierte. Dass die Entscheidung zugunsten von Kaarst gefallen sei, hänge mit der höheren Schülerzahl (zurzeit 88) aus Kaarst und Korschenbroich zusammen, auch habe das Gebäude „Raumpotenzial“.

Mielke betonte, wie wichtig es sei, dass die Raphaelschüler gut aufgefangen würden. Man müsse auch das pädagogische Personal „möglichst sichern“. Diesen Ansatz verfolge die Schulaufsicht ebenfalls, unterstrich Banisch. Man bemühe sich, Kinder und Personal gemeinsam nach Kaarst umzusiedeln.

Banisch lobte in diesem Zusammenhang das Bemühen der Schulleitungen, die die Schulkonzepte prüften und versuchten, sie aufeinander abzustimmen. „Das Zusammenwachsen der Schulen ist auf einem guten Weg.“

In der Schulpflegschaft der Strümper Schule stieß die Entscheidung auf großen Unmut. Sie fürchtet für die Raphaelkinder den längeren Schulweg nach Kaarst, den fehlenden Kontakt zu den anderen Meerbuscher Schulen, fehlende Fachraumausstattungen in Kaarst oder auch das Ende von Sonderprojekten wie Voltigieren oder Segeln.

Christa Banisch begegnete diesen Bedenken grundsätzlich: „Die Martinusschule hat einen ebenso hohen Standard wie die Raphaelschule. Sie ist in manchen Dingen anders, aber nicht schlechter.“ Und Horst Detlef Krügel, Meerbuschs Fachbereichsleiter Schule, betonte: „Ich halte es für zu verantworten, dass unsere Kinder dort zur Schule gehen.“

Was am Ende auch deutlich wurde: Die Integration soll ausgebaut werden. Ab Sommer 2013 sollen zwei weitere integrative Lerngruppen gebildet werden. Die Gespräche mit den weiterführenden Schulen seien im Dezember geplant, sagte Banisch.