Prognose: Meerbuscher Kabaretttage sind restlos ausverkauft

Volker Pipers ist im Abo-Block der Kabaretttage für das Frühjahr.

Meerbusch. Es war nicht der ganz große Kracher dabei, dennoch verlief das Herbstprogramm der Meerbuscher Kabaretttage mit 460 verkauften Abos durchaus zufriedenstellend. Eindeutiger Höhepunkt sei die Gala zum 25-Jährigen der Kleinkunstreihe im September gewesen, sagt Bert Müllejans, bei der Stadt für die Zusammenstellung des Programms zuständig. „Das reißt die Kabarettisten ein wenig aus ihrem langweiligen Alltag heraus und beschert ihnen einen schönen Abend unter Gleichgesinnten“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Das mit fünf Monaten vier Wochen längere Frühjahrsprogramm umfasst 2014 Auftritte von sieben statt sechs Künstlern. Dass es ein Erfolg wird, steht schon jetzt fest. Grund: Volker Pispers ist dabei. „Er stellt mir frei, ob ich ihn in das Abo zwänge, was weniger Einnahmen bedeutet, oder unter den Zusatzveranstaltungen aufführe“, erzählt Müllejans, der sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnt, wenn er sagt: „Das Abo wird restlos ausverkauft sein.“

Satte 320 Vorbestellungen sprechen dafür. Stammgäste erhalten von dem Mitarbeiter des Fachbereichs Kultur bereits vorab die Namen der Kabarettisten, die im folgenden Halbjahr auftreten werden. Für den Rest — 180 Abos sind noch zu haben — kann er sich am Montag ab 8 Uhr auf eine heiße Viertelstunde einstellen. „Wer persönlich erscheint, hat Vorrang vor Anrufern. Prinzipiell geht es danach aber schön abwechselnd“, verrät Müllejans seine Strategie.

Vom Zupferd Pispers profitieren auch die anderen Künstler, bis auf einen alles alte Bekannte. Kabarettisten, die das erste Mal nach Meerbusch kämen, schwane bisweilen Böses, wenn sie am „Hauptbahnhof Osterath“ ankämen, weit und breit kein Taxi in Sicht sei und man dann durch Strümp nach Lank kutschiert werde. Müllejans: „Die denken, sie wären im letzten Kaff gelandet und ihnen stünde ein grausamer Abend bevor. Wenn ich ihnen die Zuschauerzahlen verrate, staunen die meisten aber nicht schlecht.“

Den Auftakt macht Mitte Januar Ass-Dur. „Die haben vor anderthalb Jahren mit ihrem Klamauk den Saal gerockt“, erinnert sich der Kabarettexperte gerne an den ersten Auftritt des Duos zurück. Ein Neuling in Meerbusch ist Hans Gerzlich, der über eine Empfehlung von HG Butzko kommt. „Die haben 2001 für fünf Minuten zusammen den Meister der Herzen auf Schalke gefeiert und danach überrascht festgestellt, dass sie beide Kabarettisten sind“, weiß Müllejans zu berichten.

Nach dem Auftritt von Volker Pispers (19./20. Februar) kommt im März Philipp Weber, der sich über das Thema Durst auslässt. Alles andere als reines Frauenkabarett machen Wanninger & Rixmann, auch wenn der Programmtitel anderes vermuten lässt: „200 Prozent Frauenquote“.

Ein alter Hase im Geschäft ist Frank Lüdecke. Nessi Tausendschön will Mitte Mai schließlich in die „wunderbare Welt der Amnesie“ eintauchen. Auch das Zusatzprogramm hält mit Stephan Bauer, Konrad Beikircher oder Jürgen Becker noch einige Höhepunkte parat.

Dass es nie schaden kann, aus dem Abo-Etat ein Plus als Polster für andere Auftritte zu erwirtschaften, hat Bert Müllejans im Sommer erfahren: „Wenn im Champions-League-Finale Bayern gegen Dortmund spielt, ist auch bei einem Hochkaräter schon mal der Saal halbleer.“

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