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Positive Bilanz der Seniorenarbeit in der Begnungsstätte

Positive Bilanz der Seniorenarbeit in der Begnungsstätte

Betreiber ziehen eine gute Bilanz für Begegnungskonzept in Büderichs Süden. Dennoch warnt der Awo-Chef Dieter Lenßen vor zu viel Euphorie.

Büderich. „Die Vergangenheit der Awo im Rhein-Kreis Neuss ist noch nicht zu 100 Prozent abgearbeitet“, sagte Dieter Lenßen vom Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Mönchengladbach im Sozialausschuss und warnte vor zu viel Euphorie.

Zuvor hatte seine Kollegin Margret Kontalis-Weiß, Fachbereichsleiterin für Offene Altenarbeit, eine durchweg positive Bilanz der Seniorenarbeit in der Begnungsstätte in Büderich gezogen, seit die Mönchengladbacher Awo das Haus 2008 erworben hatte.

Und auch Lenßen selbst zog ein zufriedenstellendes Resumee des vor einem Jahr in der Böhlersiedlung gestarteten Mütterzentrums, das ebenfalls unter dem Dach der Awo betrieben wird. Dennoch gelte es nach der Pleite des Awo-Kreisverbands vor drei Jahren nach wie vor, Strukturen weiterzuentwickeln und Animositäten abzubauen. „Wir sind noch nicht über den Berg“, unterstrich Lenßen.

Er berichtete positiv von der Arbeit im vor einem Jahr gegründeten Mütterzentrum Büderich-Süd. Im Schnitt vier Beratungen am Tag würden während der Öffnungszeiten durchgeführt. Die Kunden benötigten Hilfe bei Ämtergängen oder Internetverträgen, würden sich aber auch in Beziehungsfragen oder bei Lernproblemen ihrer Kinder beraten lassen. Russische oder türkische Frauengruppen hätten sich ebenso etabliert wie interkulturelle Spielgruppen. In Planung sei eine Gruppe für türkische Senioren.

Die Kosten für die halbe Stelle teilen sich die Stadt Meerbusch (21 000 Euro im Jahr) und die Awo (16 000 Euro). Angedacht sei die Ausweitung auf eine Dreiviertel-Stelle durch Zuschüsse aus der Aktion Mensch.

Von anfangs 7000 auf inzwischen 10 000 sei die Zahl der Besucher, die pro Jahr Angebote in der Begegnungsstätte am Kapittelsbusch wahrnehmen würden, gestiegen, berichtete Margret Kontalis-Weiß.

Ein fester Stamm von 15 bis 20 ehrenamtlich tätigen Menschen kümmere sich neben den hauptamtlichen Kräften von montags bis freitags (9 bis 17 Uhr) um Rentenberatung oder Seniorenkaffee, gemeinsame Ausflüge oder Frühstückstreffen. 22 Bildungs- und Gesundheitsangebote könne die Awo den Senioren in Büderich unterbreiten. Die Palette umfasse Sprachen, PC-Kurse, Gedächtnistraining, Tanzen, Yoga oder Floristik.

Koordiniert wird die Planung in einer wöchentlichen Helferkonferenz. „Mittelfristig wollen wir die Kooperation mit der Awo in Lank und in Osterath intensivieren und auch unsere Angebote weiterentwicklen“, kündigte Kontalis-Weiß an.

Offensichtlich wurden in der Sitzung des Sozialauschusses die Überschneidungen beim Klientel mit anderen, etwa kirchlichen Einrichtungen. „Es macht zum Beispiel keinen Sinn, wenn wir unsere Weihnachtsfeier am selben Tag wie die Awo durchführen“, sagte der evangelische Pfarrer Wilfried Pahlke. Kontalis-Weiß versprach, Termine und Angebote künftig besser abzustimmen.