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Podiumsdiskussion von Jugendlichen mit Bürgermeisterkandidaten in Meerbusch.

Meerbusch : Jugend debattiert mit Politik

Die Podiumsdiskussion im Gartencenter Selders bot Jugendlichen die Gelegenheit, Politiker zu Themen wie Klimaschutz und Freizeitmöglichkeiten zu befragen.

Wann hat man schon einmal sechs Bürgermeisterkandidaten zur Diskussion? Diese Chance bot sich am Samstag bei der Veranstaltung „Meerbuscher Jugend trifft auf die Bürgermeisterkandidaten“, die Jugendliche unter der Regie der Querkopf-Akademie von Ulla Bundrock-Muhs organisiert hatten. Es entwickelte sich dabei ein Frage-Antwort-Spiel mit viel Informationsgehalt. „Wir haben im Vorfeld unsere Themen abgesprochen. Aber die Politiker sollen überrascht werden und direkt mit unseren unterschiedlichen Fragen und denen aus dem Publikum konfrontiert werden“, erklärt Quentin Jörgens, einer der Moderatoren. Mit ihm stellten Dennis Mardanis und Nele Kothes die Fragen, die den Jugendlichen unter den Nägel brennen.

Die Ankündigung „Jeder Kandidat hat 15 Minuten, um seine Positionen auf den Punkt zu bringen“, wurde nicht so genau genommen. Allerdings war es erfreulich, dass die Kandidaten nicht um den heißen Brei herum redeten, sondern klar Stellung bezogen.

Zuhörer erfuhren
Beweggründe zur Kandidatur

So erfuhren die Zuhörer, warum Thomas Dzulko (parteilos), Marco Nowak (Linke), Klaus Trautmann (FDP), Marcel Winter (Grüne), Christian Bommers (CDU) und Michael Billen (SPD) Bürgermeister werden wollen. Und warum sie es für keinen Nachteil hielten, bisher politisch in Meerbusch noch nicht aktiv gewesen zu sein. Frischen Wind würde er bringen, sagte Dzulko. Bommers verwies auf sein gesellschaftliches Engagement und sein politisches Interesse. Winter informierte, dass er bereits in jungen Jahren für die SPD in einem hessischen Kommunalparlament gesessen habe.

Konkrete Fragen nach politischen Inhalten bezogen sich unter anderem auf die Möglichkeit, ein Jugendparlament einzurichten und Projekte zum Klimaschutz. „Wir haben schon öfter den Antrag gestellt, ein Jugendparlament zu installieren“, sagte Billen. Doch die Initiative sei immer gescheitert. Bommers hielt die Idee für grundsätzlich interessant, wollte aber nichts versprechen. Trautmann schlug vor, zunächst mit kommunalpolitischen Praktika das Interesse zu wecken. Ein weiteres Thema sprach ein Jugendlicher aus dem Publikum an: Wo finden junge Menschen einen Platz zum Chillen und zum Feiern des 18. Geburtstags? Nachdem das JuCa geschlossen wurde und auch die Oase dicht machen wird, gibt es kaum noch Räumlichkeiten, wo man sich treffen und feiern könne, bedauerten alle.

In Sachen Klimaschutz trugen die Kandidaten die verschiedensten Vorschläge vor. „Aufforsten und Kn9 nicht bauen“, ist das Rezept von Trautmann. „Mehr Latumer See“, forderte Dzulko. Zudem: „Klimaneutrale Transporter, die am Abend von einer zentralen Stelle die Flut von Paketen ausliefern.“

Verschiedene Ideen
zum Klimaschutz

Winter will den ÖPNV mit niedrigeren Preisen und Taktverdichtung attraktiver machen. Nowak wünscht sich, dass Fahrräder in Bussen mitgenommen werden können. Trautmann schwebt ein Shuttle-Service vor, um Kinder und Jugendliche gesammelt zum Sport zu befördern.

Bei der Frage: „Wollen Sie eher bezahlbaren Wohnraum oder mehr Grünflächen schaffen?“, entschieden sich Winter und Billen für den Wohnraum, während die anderen lieber mehr Bäume pflanzen wollen. Einig war man sich, dass der geplante Konverter in Osterath am falschen Standort stehe, auch wenn grundsätzlich die Energiewende zu begrüßen sei. Wie die Politiker beim Publikum ankamen, zeigte eine Umfrage. Dabei konnten die Zuhörer „ihren“ Bürgermeister für Meerbusch wählen. Nach diesem Votum regiert demnächst ein Triumvirat: Klaus Trautmann, Marcel Winter und Christian Bommers erhielten die gleiche Stimmenzahl.